Bundesweiter digitaler Erfahrungsaustausch zu „Substitution. Sucht. Versorgung.“

Konzepte liegen vor, nun geht es darum, im Verbund zu handeln

  • Es geht um die Zukunft der Substitutionsversorgung
  • Konzepte zur Verbesserung der Substitutionsversorgung liegen vor
  • Alle Akteure auf Landes- und Bundesebenen sind gefordert
  • Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, begrüßt die Initiativen

Frankfurt, 13.07.2020. Lösungsvorschläge für die Verbesserung der Versorgung von über 166.000 opioidabhängigen Patienten in Deutschland standen im Mittelpunkt des digitalen Live-Events „Substitution. Sucht. Versorgung.“ am 1. Juli 2020 in Berlin. Vorgestellt und diskutiert wurden zwei wegweisende Initiativen mit konkreten Lösungsansätzen – das „10-Eckpunkte-Papier zur Versorgungssicherung“ sowie der „Pakt für Substitution Baden-Württemberg“. Zugeschaltet waren über 160 Teilnehmer, darunter Ärzte und Apotheker sowie Vertreter des Suchthilfesystems und der Politik. Ziel dieses vom Gesundheitsunternehmen Sanofi organisierten bundesweiten digitalen Diskurses war es, den Erfahrungsaustausch zu neuen Wegen und Aktivitäten zu fördern, sowie die nötigen strukturellen Veränderungen in Angriff zu nehmen. Nur so kann langfristig und zielorientiert die Verbesserung der Versorgungssituation von opioidabhängigen Patienten erreicht werden.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, begrüßte in einem schriftlichen Statement das Engagement aller Beteiligter sowie die dort vertretenen Initiativen und betonte: „Wir müssen gemeinsam gewährleisten, dass die Substitutionspatientinnen und -patienten ihre Behandlung flächendeckend und langfristig weiter erhalten, auf die sie so sehr angewiesen sind.“1

Voneinander lernen und Lösungsansätze in die Breite tragen

Vielfältige Lösungsansätze und Vorgehensweisen wurden im Rahmen der Veranstaltung auf Praxistauglichkeit hinterfragt. Neben den beiden Vertretern der Initiativen, Dr. Johannes Fechner, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), und Berichterstatter zum „Pakt für Substitution“,  sowie dem Mitautor des „10-Eckpunkte-Papiers“, Stephan Walcher, Substitutionsarzt und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin brachten Dr. Heidemarie Lux, Suchtbeauftragte im Vorstand der Landesärztekammer Bayern, sowie Christiane Fahrmbacher-Lutz, Apothekerin und Mitglied im Vorstand der Bayerischen Akademie für Suchtfragen (BAS e.V.), ihre Erfahrungen ein. Als erfolgversprechend wurden folgende Aspekte herausgehoben:

  • Apotheken könnten schon kurzfristig einen maßgeblichen Beitrag leisten und die Sichtvergabe an Patienten ausweiten, insbesondere in schlecht versorgten Regionen,
  • eine gute Zusammenarbeit von Substitutionsärzten und Apothekern ist von Bedeutung,
  • die Substitutionsbehandlung, als eine sehr erfolgreiche Therapie, ist positiv darzustellen, um den Status von Normalität zu erreichen,
  • moderne Konzepte einer mobilen Versorgung können hilfreich sein, wenn deren Finanzierung sichergestellt wird,
  • Maßnahmen, die sich in den letzten Wochen unter Pandemie-Bedingungen bewährt haben, wie die Erweiterung der Take-Home-Verschreibungen und telemedizinische Arztkontakte, sollten in die Behandlungsstandards übernommen werden,
  • Entbürokratisierung sowie eine grundlegende Anpassung der Honorierung an die aktuellen Gegebenheiten einer modernen Substitutionstherapie, z.B. gestaffelt nach Schweregrad der Suchterkrankung, um mehr Ärzte für die Substitution zu gewinnen.

Über die Initiativen

10-Eckpunkte-Papier

Viele der vorgestellten Lösungen sind detailliert im 10-Eckpunkte-Papier2 ausgeführt. Dahinter steht eine bereichsübergreifende Initiative, die von 22 Fachgesellschaften sowie Ärzten und Apothekern, Suchtfachverbänden und Patientenorganisationen unterstützt wird.  Deren Ansatzpunkte für Maßnahmen zur Versorgungssicherung sind:

  • mehr substituierende Ärzte und mehr Patienten je Arzt,
  • bessere Vernetzung der Beteiligten und Delegation der Vergabe des Substituts an Dritte,
  • neue Wege zu beschreiten.

Es geht  unter anderem darum, die Attraktivität der Substitutionsbehandlung durch eine aufwandsbezogene Anpassung der Vergütung zu verbessern, das Interesse junger Mediziner*innen in Studium und Weiterbildung durch eine breitere Vermittlung der Suchtmedizin als multidisziplinäre Aufgabe zu wecken sowie Kooperationen zu fördern, die in der neuen Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) vorgesehenen Möglichkeiten einer wohnortnahen Versorgung u.a. durch Delegation an Apotheken, Konsiliarärzte und Einrichtungen der Drogenhilfe zu nutzen.

"Pakt für Substitution in Baden-Württemberg"

Unter Leitung von Sozial- und Integrationsminister Manfred Lucha wurde im vergangenen Jahr der "Pakt für Substitution Baden-Württemberg"3 als wegweisendes, alle Akteure einbindendes Projekt geschlossen. Die Initiatoren verstehen die Versorgung Opioidabhängiger als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ziel ist die zeitnahe Verbesserung und Stabilisierung der Substitutionsversorgung vor Ort. Alle Beteiligten haben sich zur Kooperation verpflichtet und Aufgabenpakete für die einzelnen Zuständigkeitsbereiche erarbeitet, mit denen organisatorische Herausforderungen und die Versorgung verbessert werden können.

In ihren Schlussstatements riefen die Gesprächsteilnehmer die Akteure in den Gremien der Kammern und KVen in den Ländern auf, die gezeigten Lösungsvorschläge aufzugreifen. Dazu gehöre zudem, die Politik und Gremien auf Bundesebene einzubinden, um weitgehend bundeseinheitliche Regelungen zu finden.

Teile der Veranstaltung werden als Video on Demand auf der Homepage des Gesundheitsunternehmens Sanofi verfügbar sein und können für Veranstaltungen genutzt werden.
www.substitutionsportal.de/substitution-sucht-versorgung

Referenzen
1 Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Statement zum Digital Event Substitution, 1. Juli 2020
2 Das „10-Eckpunkte-Papier zur Lösung der Versorgungskrise in der Substitutionstherapie“ kann bei der Koordinatorin der Initiative Substitutionsversorgung Opioidabhängier Patient*innen, Sieglinde Schneider, angefordert werden: sieglinde.schneider@accente.de. Es ist außerdem auf den Websites der Unterstützer zu finden, z.B. https://www.substitutionsportal.de/Versorgung 
3 Die Details des Paktes sind im Internet abrufbar unter https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-sm/intern/downloads/Downloads_Sucht/Pakt-fuer-Substitution.pdf

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