Die Typ-2-Connection: Asthma, Neurodermitis und Nasenpolypen – fachübergreifende Zusammenarbeit wichtig

Neu-Isenburg / 07. Oktober 2020. „Eine Typ-2-Entzündung, auch Typ-2-Inflammation genannt, kann sich unter anderem als Asthma, Neurodermitis, auch als atopische Dermatitis bekannt, Nahrungsmittelallergie, chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) oder auch als chronische Speiseröhrenentzündung (eosinophile Ösophagitis (EOE)) manifestieren. Erkrankungen, zwischen denen es auf den ersten Blick keine Verbindung gibt“, erklärte Professor Dr. Jörg Kleine-Tebbe, Berlin, im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz und ergänzte: „Zu den  zentralen ‚Unruhestiftern‘ dieser übertriebenen Immunreaktion gehören die Botenstoffe Interleukin 4 und Interleukin 13.“

Gemeinsamer Nenner der Erkrankungen mit einer Typ-2-Entzündung ist Kleine-Tebbe zufolge, dass sie jeweils Grenzbarrieren betreffen – bei Asthma die Atemwege, bei Neurodermitis die Haut, bei CRSwNP die Nasenschleimhaut und bei EOE die Speiseröhre.1,2,3

Symptome der Typ-2-Erkrankungen schränken die Lebensqualität ein

Die mit einer Typ-2-Entzündung verbundenen Symptome können sehr unterschiedlich sein. So leiden beispielsweise Menschen mit einer Neurodermitis unter starkem Juckreiz, entzündeten, teilweise blutenden Hautstellen und Hautverdickungen,4,5 bei Asthma wiederum unter einer verminderten Lungenfunktion und dadurch unter Atemnot und Kurzatmigkeit.6,7 Bei einer chronischen Nasen- und Nasennebenhöhlenentzündung mit Nasenpolypen können eine verstopfte Nase sowie Riechstörungen auftreten8 und bei einer chronischen Entzündung der Speiseröhre stehen Schluckstörungen9 im Vordergrund. Die durch die Symptome hervorgerufene Krankheitslast ist multidimensional.10 Insbesondere Menschen mit mittelschweren oder schweren Formen der Erkrankungen einer Typ-2-Entzündung leiden unter einer erheblichen Krankheitslast und sind in ihrer Lebensqualität deutlich eingeschränkt. So berichtet fast die Hälfte der betroffenen Jugendlichen von Fehltagen in der Schule und Konzentrationsschwierigkeiten aufgrund ihrer Neurodermitis.10 Auch bei Erwachsenen hat die Erkrankung negativen Einfluss auf Berufsalltag und Freizeit. Schlafstörungen, Fehltage bei der Arbeit und Rückzug aus dem sozialen Leben gehören dazu.10 Auch bei Betroffenen mit schwerem Asthma berichten bis zu 50 Prozent von depressiven Symptomen11 und bis zu 70 Prozent der Betroffenen mit einer CRSwNP leiden unter Schlafstörungen.12,13 „Wochenlang nicht riechen zu können, keinen Spaß am Essen zu haben, die Umwelt nicht wahrnehmen zu können, das isoliert einen zusätzlich“, berichtet Rainer. Er ist seit seiner Kindheit von Neurodermitis betroffen. Darüber hinaus entwickelte sich im Alter von vier bis fünf Jahren eine chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) und ein Asthma bronchiale.

Komplexe Vorgänge im Immunsystem

„Die an der Typ-2-Entzündung beteiligten Signalkaskaden sind bis heute viel besser, wenn auch nicht vollständig verstanden. Man weiß aber u.a., dass neben den T-Helfer-Typ 2 (TH2)-Zellen auch die Vertreter des angeborenen Immunsystems – sogenannte innate lymphoide Zellen Typ 2 (ILC2) – eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Typ-2-Entzündung spielen“,14 so Kleine-Tebbe und fügte hinzu: „Zentrale Vermittler der Immunantwort, die sich zu einer Typ-2-Entzündung steigern kann, sind die Botenstoffe Interleukin (IL)-4 und IL-13, insbesondere bei Asthma spielen auch IL-5 und Eosinophile im Gewebe eine wichtige Rolle.“ Moderne Antikörpertherapien ermöglichen heute die gezielte Blockade von Vermittlern der Typ-2-Entzündung, z. B. die kombinierte Blockade der Botenstoffe IL-4 und IL-13.

Patienten oft von mehr als einer Typ-2-Erkrankung betroffen

„Die Auswirkungen auf verschiedene Organsysteme sind nicht bekannt. Wir wollen die Zusammenhänge verstehen und in diesem Bereich aktiv sein“, betont Dr. Sebastian Barbus, Medical Head of Immunology bei Sanofi Genzyme.

Die Vielfalt der Erkrankungen mit einer zugrundeliegenden Typ-2-Entzündung sowie die Tatsache, dass viele Menschen mehr als eine Ausprägung der Entzündung aufweisen, macht eine aufmerksame Diagnosestellung ebenso nötig wie eine adäquate Behandlung. Beispielsweise sind 35 Prozent der Patienten mit schwerem Asthma auch von einer Neurodermitis betroffen und bis zu 50 Prozent der Patienten mit einer Neurodermitis haben auch Asthma.15,16,17 Rund die Hälfte der Patienten mit CRSwNP weist gleichzeitig eine Asthma-Erkrankung auf und bis zu 43 Prozent jener mit schwerem Asthma leiden gleichzeitig unter einer CRSwNP.16,17,18

Interdisziplinäre Zusammenarbeit gefordert

Diese häufigen zusätzlichen Erkrankungen (Komorbidität) von Patienten mit einer Typ-2-Erkrankung erfordern die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Facharztgruppen.

„Im Normalfall behandeln Dermatologen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Pneumologen usw. die ihr Fachgebiet betreffenden Erkrankungen unabhängig voneinander. Gerade mit Blick auf eine Typ-2-Entzündung kann der Austausch zwischen den verschiedenen Fachrichtungen dazu beitragen, durch eine optimale Diagnose und Therapie die Lebensqualität der Patienten zu verbessern“, betonte Kleine-Tebbe.

Neurodermitis beeinflusst den Alltag
Abbildung 1: Neurodermitis beeinflusst den Alltag [mod nach Simpson, E et al. Am Acad Dermatol 2016; 74(3): 491-498.]

Über Sanofi

Sanofi ist ein weltweites Unternehmen, das Menschen bei ihren gesundheitlichen Herausforderungen unterstützt. Mit unseren Impfstoffen beugen wir Erkrankungen vor. Mit innovativen Arzneimitteln lindern wir ihre Schmerzen und Leiden. Wir kümmern uns gleichermaßen um Menschen mit seltenen Erkrankungen wie um Millionen von Menschen mit einer chronischen Erkrankung.

Mit mehr als 100.000 Mitarbeitern in 100 Ländern weltweit und annähernd 9.000 Mitarbeitern in Deutschland übersetzen wir wissenschaftliche Innovation in medizinischen Fortschritt.

Sanofi, Empowering Life.

Sanofi Genzyme, die globale Specialty Care Business Unit von Sanofi, konzentriert sich auf die Entwicklung von wegweisenden Behandlungen bei seltenen und komplexen Erkrankungen, um Patienten und ihren Familien neue Hoffnung zu geben.

Genzyme® ist eine geschützte Marke der Genzyme Corporation. Sanofi® ist eine geschützte Marke von Sanofi. Alle Rechte vorbehalten.

Kontakt

Director BU Communications Sanofi Genzyme
Telse Friccius
✆ +49 (0) 06102 3674 – 349    ✉ presse@sanofi.com 

Zukunftsgerichtete Aussagen:
Diese Pressemitteilung enthält zukunftsgerichtete Aussagen (forward-looking statements) wie im U.S. Private Securities Litigation Reform Act aus dem Jahr 1995 definiert. Zukunftsgerichtete Aussagen sind keine historischen Tatsachen. Sie enthalten Prognosen und Schätzungen mit Blick auf das Marketing und weiteren möglichen Entwicklungen des Produkts oder mit Blick auf mögliche künftige Einnahmen aus dem Produkt. Zukunftsgerichtete Aussagen sind grundsätzlich gekennzeichnet durch die Worte „erwartet“, „geht davon aus“, „glaubt“, „beabsichtigt“, „schätzt“ und ähnliche Ausdrücke. Obwohl die Geschäftsleitung von Sanofi glaubt, dass die Erwartungen, die sich in solchen zukunftsgerichteten Aussagen widerspiegeln, vernünftig sind, sollten Investoren gewarnt sein, dass zukunftsgerichtete Informationen und Aussagen einer Vielzahl von Risiken und Unsicherheiten unterworfen sind, von denen viele schwierig vorauszusagen sind und grundsätzlich außerhalb des Einflussbereiches von Sanofi liegen und dazu führen können, dass die tatsächlich erzielten Ergebnisse und Entwicklungen erheblich von denen abweichen, die in den zukunftsgerichteten Informationen und Aussagen ausdrücklich oder indirekt enthalten sind oder in diesen prognostiziert werden. Zu diesen Risiken und Unsicherheiten zählen unter anderem unerwartete Regulierungsmaßnahmen oder -verzögerungen sowie staatliche Regulierungen ganz allgemein, die die Verfügbarkeit oder das kommerzielle Potenzial des Produkts beeinträchtigen könnten, der Umstand, dass der kommerzielle Erfolg des Produkts nicht garantiert werden kann, die inhärenten Unsicherheiten der Forschung und Entwicklung, einschließlich zukünftiger klinischer Daten und Analysen existierender klinischer Daten zu dem Produkt, einschließlich Postmarketing, unerwartete Sicherheits-, Qualitäts- oder Produktionsprobleme, Wettbewerb allgemein, Risiken in Verbindung mit geistigem Eigentum und damit zusammenhängenden künftigen Rechtsstreitigkeiten sowie deren letztlichem Ausgang, volatile wirtschaftliche Rahmenbedingungen sowie Risiken, die in den an die SEC und AMF übermittelten Veröffentlichungen von Sanofi angegeben oder erörtert sind, einschließlich jenen in den Abschnitten „Risikofaktoren“ und „Zukunftsorientierte Aussagen“ in Formular 20-F des Konzernabschlusses von Sanofi für das zum 31. Dezember 2018 beendete Geschäftsjahr. Soweit nicht gesetzlich vorgeschrieben, übernimmt Sanofi keine Verpflichtung, zukunftsgerichtete Informationen und Aussagen zu aktualisieren oder zu ergänzen.