Engagement der Wissenschaftler bei Sanofi für eine Welt ohne Diabetes

Wissenschaft ist unsere Passion bei Sanofi. Anlässlich des Europäischen Diabetes Kongress in Berlin (EASD, European Association for the Study of Diabetes, 1.-5. Oktober 2018) stellen wir die Arbeit unserer forschenden Wissenschaftler ins Rampenlicht, die hart daran arbeiten, eine Welt ohne Diabetes zu schaffen. Sanofi ist seit fast 100 Jahren – seit wir eine der ersten Insulinformulierungen entwickelt haben, eines der führenden Unternehmen in diesem Bestreben. Aber obwohl die Therapien für Diabetes weiterentwickelt und verbessert wurden, bleibt noch viel zu tun, um die Behandlungsoptionen für Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes voranzubringen.

Um die Zukunft der Diabetestherapie besser zu verstehen, lassen wir vier Sanofi-Forscher zu Wort kommen, die die hoch innovativen Diabetes-Forschungsprogramme des Unternehmens leiten. Wir sind sehr stolz auf die Vision und das Engagement von Kollegen wie Anish Konkar, Aimo Kant, Krister Bokvist und Norbert Tennagels – mit ihren Teams.

ANISH KONKAR – Schwerpunkt: Gastrointestinale (GI) Endokrinologie und Adipositas

Adipositas führt zu einem Zuwachs an überflüssigem Fett im Bauchbereich sowie in Leber und Muskeln. Dadurch spricht unser Körper weniger gut auf Insulin an, was eines der Hauptmerkmale von Typ-2-Diabetes ist. Es ist also nicht überraschend, dass eine der größten Herausforderungen bei der Behandlung von Patienten mit Typ-2-Diabetes die Beseitigung der Adipositas ist, um die Insulinempfindlichkeit wiederherzustellen. Üblicherweise besteht die Behandlung von Typ-2-Diabetes im Management der Krankheit. So verordnen die Ärzte auch Veränderungen der Lebensweise wie gesunde Ernährung und körperliche Bewegung. Leider schlagen diese Bemühungen allein häufig fehl und den Patienten werden dann Medikamente verschrieben, um die steigenden Blutzuckerwerte unter Kontrolle zu bringen. Gegenwärtig gibt es keine Heilung, wenn bei einem Patienten ein Typ-2-Diabetes diagnostiziert wurde.

Wir möchten das ändern indem wir uns bemühen, den „Sollwert“ des Körpergewichts zu erkennen und ihn gegebenenfalls entsprechend zu beeinflussen. Die Theorie besagt, dass das Zielgewicht jedes Menschen in seinem Gehirn fest verankert ist und dass dadurch Dinge wie unsere tägliche Kalorienaufnahme und der Energieverbrauch gesteuert werden. Wenn ein Mensch durch die Aufnahme von zu vielen Kalorien oder wegen zu wenig Bewegung zunimmt, geht dieser Sollwert nach oben. Wenn dieser Mensch nun eine Diät zur Gewichtsreduzierung macht, reagiert sein Körper, um diesen höheren Sollwert zu „verteidigen“, beispielsweise durch eine Verlangsamung des Stoffwechsels. Unsere Idee klingt vielleicht ein bisschen fantastisch, aber unsere Forschung zielt darauf ab, die neuronalen Schaltkreise im Gehirn neu zu verdrahten, um den Sollwert eines Menschen auf ein früheres, prä-adipöses Niveau zurückzusetzen und die natürliche Stoffwechselrate des Körpers zu erhöhen. Dadurch sollte der Patient schnell überschüssiges Fett abbauen und könnte theoretisch von Diabetes und Adipositas geheilt werden.

Ich arbeite in einem Team unglaublich intelligenter, leidenschaftlicher und engagierter Wissenschaftler. Das ist eine große Motivation für meine tägliche Arbeit. Ich hoffe, dass unsere Forschung mich in fünf bis zehn Jahre „arbeitslos“ gemacht haben wird!

Dr. Anish Konkar und Dr. Christine Mössinger; Team GI Endokrinologie und Adipositas
Dr. Anish Konkar und Dr. Christine Mössinger; Team GI Endokrinologie und Adipositas

AIMO KANNT – Schwerpunkt: Spätfolgen und Begleiterkrankungen des Diabetes

Für viele Patienten sind die drohenden Spätfolgen des Diabetes der größte unerfüllte medizinische Bedarf und beeinträchtigen ihre Lebensqualität. Beispielsweise ist Diabetes einer der Hauptgründe für Erblindung und Nierenversagen sowie die führende Ursache für Amputationen weltweit. Zwar gibt es diverse Möglichkeiten zur Unterstützung des alltäglichen Blutzuckermanagements, aber nur wenige Lösungen adressieren die Langzeitfolgen des Diabetes. Das Ziel unserer Forschung ist, mit neuartigen Ansätzen eine 360 Grad-Unterstützung für Patienten zu bieten, die potenziell besser funktioniert, als aktuelle Therapien.

Einer der innovativsten Bereiche in meinem Arbeitsgebiet ist die Erforschung von Therapien gegen die Nicht-Alkoholische Fettleber (Nicht Alkoholische Steatohepatitis, NASH). Sie kann durch adipositas-bedingte Fettansammlungen in der Leber entstehen, die oft mit einem Diabetes einhergehen. Eine NASH kann multifaktorielle Ursachen haben und unterscheidet sich von Patient zu Patient, sodass wir an Therapien arbeiten, die gleichzeitig mehrere Mechanismen angreifen. Die Leber hat im Unterschied zu anderen Organen eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit und selbst bei Patienten mit Leberfibrose besteht die Möglichkeit, dass sie sich vollständig erholen, wenn die NASH entsprechend behandelt wird.

Als Forscher bei Sanofi arbeite ich daran, Lösungen für Patienten zu entwickeln. Egal, ob es um eine fortschreitende Nierenerkrankung oder um NASH geht – wir haben engagierte Teams, die hart daran arbeiten, um lebensbedrohliche Spätfolgen zu verhindern und zu behandeln.

Sanofi-Forscher im Team „Spätfolgen und Begleiterkrankungen“
Sanofi-Forscherin im Team „Spätfolgen und Begleiterkrankungen“

KRISTER BOKVIST – Schwerpunkt: Biologie der Inselzellen

Insulin ist unerlässlich zur Blutzuckerkontrolle; ohne Insulin können wir nicht überleben. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt müssen jeden Tag Insulin injizieren, weil bestimmte endokrine Zellverbände in der Bauchspeicheldrüse, die sogenannten Langerhans-Inseln, nicht mehr in der Lage sind, genügend Insulin für die Blutzuckerkontrolle zu produzieren. Im Team für die Biologie der Inselzellen bei Sanofi untersuchen wir, wie die Inselzellen den Blutzucker regulieren. Insbesondere möchten wir herausfinden, was das Immunsystem bei Typ-1-Diabetes veranlasst, die Inselzellen zu zerstören oder warum die Inselzellen bei Typ-2-Diabetes nicht mehr genügend Insulin produzieren können. Ein umfassendes Verständnis der Arbeitsweise der Inselzellen ist sehr wichtig, um ihre Funktionalität zu verbessern und dadurch eine wirkungsvolle Diabetestherapie zu entwickeln.

Die sich derzeit noch im experimentellen Versuchsstadium befindliche Betazellen-Ersatztherapie, könnte ein potenzieller Durchbruch für Diabetes vom Typ 1 sein. Bei diesem Ansatz versuchen wir zusammen mit unserem Partner Evotec sogenannte pluripotente Stammzellen (Zellen, die modifiziert werden können, um verschiedenste Funktionen zu übernehmen) dazu zu bringen, insulinproduzierende Betazellen zu generieren. Unser Ziel ist es, diese Betazellen bei Patienten mit Typ-1-Diabetes zu implantieren, um die körpereigene Blutzuckerkontrolle wiederherzustellen, was  möglicherweise zu einer Heilung der Krankheit beitragen könnte.

Mich hat es zu Sanofi gezogen, weil die Arbeit mit Inselzellen seit über 30 Jahren meine Passion ist. Zusammen mit einem sehr engagierten Team versuchen wir, diese Forschung aus dem Labor in die Klinik und damit in die Hände der Patienten zu bringen.

Dr. Matthias Loehn und Dr. Christine Ivashchenko, Team für die Biologie der Inselzellen
Dr. Matthias Loehn und Dr. Christine Ivashchenko, Team für die Biologie der Inselzellen

NORBERT TENNAGELS – Schwerpunkt: Biologie des Insulins

Ich erforsche bei Sanofi seit 20 Jahren die Biologie des Insulins. Die Insulin-Therapie ist einer der Grundpfeiler bei der Diabetesbehandlung, aber unsere Arbeit in diesem Gebiet ist noch lange nicht abgeschlossen. Wir arbeiten weiter daran, unser Verständnis der Biologie des Insulins zu vertiefen, um neuartige Insulin-Formulierungen zu entwickeln, beispielsweise Insuline, die Glukose erkennen können, oder Insulin-Sensibilisatoren. Unser letztendliches Ziel ist es, die Entwicklung von Typ-2-Diabetes und seine Folgeerkrankungen zu verhindern und zu reduzieren, was letztendlich die Lebensqualität der Patienten verbessert.

Eine der großen Herausforderungen auf diesem Gebiet ist die Erforschung der präzisen Treiber der Insulinresistenz, da es zahlreiche und wahrscheinlich noch unentdeckte Mechanismen gibt, die die Insulinempfindlichkeit beeinträchtigen. Wir kooperieren mit Biotech-Unternehmen und Universitäten, um diese Herausforderungen zu meistern. Persönlich empfinde ich die Zusammenarbeit mit den besten und klügsten Wissenschaftlern als einen höchst bereichernden Teil meiner Arbeit bei Sanofi. Wir haben unsere Kräfte mit denen der Juvenile Diabetes Research Foundation (JDRF), des Max-Planck-Instituts (MPI) und vieler anderer Organisationen gebündelt, um unsere Forschungen voranzutreiben. Diese Partnerschaften sind eine echte Win-win-Situation: Wir bei Sanofi haben das Know-how in der Arzneimittelentdeckung und -entwicklung und unsere Partner liefern wertvolle Einsichten in die Biologie der Krankheit.

Mich treibt täglich die Herausforderung an, bessere Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit Diabetes zu schaffen.

Selbst nach so vielen Jahren in der Erforschung neuer Arzneimittel sind mein Team und ich immer noch fasziniert von der bahnbrechenden Forschung, die zu neuen Therapielösungen führen kann. Auf diesem Gebiet gibt es noch immer viel Raum für Innovationen, und wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern ganz vorn dabei sein.

Dr. Norbert Tennagels, Team für die Biologie des Insulins
Dr. Norbert Tennagels, Team für die Biologie des Insulins