Erfolgsfaktor Gender Balance bei Sanofi in Deutschland - Interview mit Martina Ochel

Erfolgsfaktor Gender Balance

Weitere News & Storys von Sanofi in DeutschlandMartina Ochel ist seit 2007 bei Sanofi tätig und wurde als erste Frau in die Geschäftsführung berufen. 2015 gründete sie mit Kolleginnen zusammen das unternehmensinterne „Deutsche Gender Netzwerk“ (DGN) bei Sanofi.

Frau Ochel, warum engagieren Sie sich für Chancen- und Geschlechtergleichheit sowie Diversität bei Sanofi?
Als Mitglied der Geschäftsführung bin ich verantwortlich für den Unternehmenserfolg. Es ist inzwischen hinlänglich bekannt und in Studien belegt, dass diverse und ausbalancierte Teams erfolgreicher sind. Das lässt sich an Umsätzen und Gewinnen bei divers aufgestellten Unternehmen ablesen, aber auch bei deren Bewertung durch Investoren und Aktionäre.

Martina Ochel

Vorteile von diversen Teams

Unterschiedliche Perspektiven auf das Problem erlauben vielfältige Lösungsansätze.

Martina Ochel, Geschäftsführerin von Sanofi in Deutschland

Welche Vorteile haben diverse Teams?
Wenn Menschen zusammensitzen, die aus unterschiedlichen Kulturen kommen, unterschiedlich denken und sozialisiert sind, wird eine Diskussion immer viel spannender als wenn alle den gleichen Hintergrund haben. Das merkt man auch, wenn man an einer Fragestellung arbeitet. Unterschiedliche Perspektiven auf das Problem erlauben vielfältige Lösungsansätze.

Warum sollte das Unternehmen sich für dieses Ziel einsetzen?
Ich würde sagen, das ist inzwischen alternativlos, wenn ein Unternehmen erfolgreich sein möchte. Inzwischen studieren auch mehr Frauen als Männer. Um als Arbeitgeber attraktiv zu sein, müssen wir ein Arbeitsumfeld anbieten, in dem sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (gilt ja für beide) in jeder Hinsicht entwickeln können. Dazu gehören auch flexible Arbeitszeiten, Home-Office, Kinderbetreuung oder – in einer anderen Altersgruppe – auch Unterstützung in Pflegezeiten.

Sie sind selbst eine Frau in einer Führungsposition, welche Erfahrungen haben Sie auf diesem Weg ganz persönlich gemacht?
Es ist leichter für eine Frau ihren Weg zu gehen, wenn es wenig Ressentiments gibt. Ich hatte in dieser Hinsicht sehr viel Glück mit meinen Vorgesetzten - nahezu mein ganzes Berufsleben lang. Allerdings war das Thema Beruf und Familie für die meisten jungen Frauen früher ein „entweder - oder“. Aber heute ist es unser Anspruch hier bei Sanofi, dass Frauen und auch die Männer nicht vor dieser Entscheidung stehen. Wir tun als Arbeitgeber, viel dafür, um Work-Life-Integration zu fördern.

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Mein Tipp: Augen auf bei der Partnerwahl

Karriere und Familie zu vereinbaren ist für junge Familien nicht leicht. Umso wichtiger, dass die Partner ihre gegenseitigen Karrierewünsche kennen und respektieren. Denn der gefürchtete Karriereknick bleibt aus, wenn Familienzeiten oder Teilzeitarbeit gemeinsam rechtzeitig geplant und mit den Vorgesetzten besprochen werden. Es gibt viele Modelle, wie sich sogar Führungsaufgaben mit Familie gut vereinbaren lassen.

Sie gehörten 2015 zu den Gründerinnen des Gender Netzwerks von Sanofi in Deutschland. Warum fanden und finden Sie diese Initiative so wichtig?
Als ich bei Sanofi anfing, gab es nur eine Frau im globalen Vorstand– das war Karen Linehan – und in der deutschen Geschäftsführung gab es keine einzige Frau. Ich habe erfolgreiche und starke Frauen getroffen, die es trotz aller Fähigkeiten schwer hatten, den nächsten Karriereschritt zu gehen. Ich selbst hatte Glück und bin so weit gekommen. Aufgrund meiner Seniorität hatte ich Zugang zu den Führungsebenen. Das war für mich der Grund zu sagen: Ich möchte anderen helfen.

Mein Tipp: Ran ans Netzwerken auf allen Ebenen

Gerade in einem großen Konzern ist es extrem wichtig sich zu vernetzen. Denn viele Entscheidungen werden informell getroffen. Wer vorankommen möchte, braucht Fürsprecher. Frauen unterschätzen oft die Bedeutung des Netzwerkens. Mir ist da noch folgende Faustregel im Ohr:

Anteile am beruflichen Erfolg

  • 60 % Netzwerken
  • 30 % Selbstvermarktung
  • 10 % Fleiß und Können

Was hat sich in den letzten Jahren verändert?
Das Thema ist definitiv angekommen, wir haben heute über 30 Prozent Frauen in Führungspositionen, 2015 waren es 23 Prozent und es gibt viele Frauen, die einen tollen Karriereweg hingelegt haben und heute sehr verantwortungsvolle Positionen bekleiden. Trotzdem sind die Ziele noch nicht erreicht. Aber unser neuer CEO nimmt das Thema Gender Balance sehr ernst – das bestärkt uns.

Ist Gender Balance ein Frauenthema?
Nein. Angefangen haben wir im DGN zwar nur mit Frauen, wir haben aber auch zahlreiche Kollegen im Netzwerk. Das war uns von Anbeginn an wichtig. Das DGN war nie als Frauennetzwerk gedacht. Ich freue mich sehr, dass sich zum Beispiel mit Malte Greune und Stephan Barth zwei weitere Geschäftsleitungs-Mitglieder so stark im DGN Vorstand engagieren.

Hat sich mit dem Engagement für Gender Balance auch ihr eigenes Selbstverständnis verändert?
Ja, zum Beispiel beim Netzwerken. Das ist mir am Anfang schwergefallen. Aber ich habe gelernt, wie hilfreich das ist. Und ich war nie ein Freund von Quoten. Inzwischen weiß ich aber, dass es ohne meist nicht geht. Ich nehme Quoten heute als Leistungsindikatoren für unseren Erfolg. Damit wird die Quote einfach zu einem wichtigen Arbeitsmittel.

Was verändert sich für Männer, wenn Frauen mehr Führungsverantwortung bekommen?
Frauen und Männer denken, entscheiden und führen anders. Wenn mehr Frauen in Führungspositionen sind, dann durchleben Männer hier eine Veränderung, weil sie ihre Vorgesetzte oft nicht so gut einschätzen können.

Was sind für Sie die wichtigsten Maßnahmen auf dem Weg zur Gleichstellung?
Die allerwichtigste Maßnahme ist, dass das Thema von oben nach unten glaubwürdig gelebt wird. Wenn sich signifikant etwas ändern soll, dann muss das von der Managementspitze ausgehen. Dazu gehört auch, dass Ziele präzise formuliert und dann auch eingehalten werden.

Frau Ochel, sind alle Ziele erreicht, wenn Fifty-Fifty in 6 Jahren Realität sein sollte?
Wenn wir Fifty-Fifty wirklich erreicht haben, dann brauchen wir kein Gender Netzwerk mehr. Ich würde mich sehr darüber freuen. Die Geschlechterfrage ist natürlich nur ein Baustein von Diversity. Wenn uns das aber erst einmal gelingt, werden wir uns auch auf anderen Themenfeldern leichter tun.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Gender Balance bei Sanofi in Deutschland

Der Kulturwandel, der mit einer größeren Vielfalt einhergeht, verändert das Unternehmen ganz tiefgreifend, macht es innovativer und kundenorientierter.

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