Chronische Erkrankungen können für Kinder belastend sein. Hier erfahren Sie mehr über die Symptome & Auswirkungen von Neurodermitis auf Kinder und Eltern.

„Nicht kratzen!“ – wenn der Familienalltag im Zeichen von Neurodermitis steht

„Hör auf zu kratzen!“ – für Eltern eines Kindes mit Neurodermitis ein vertrauter Satz. Aktuellen Daten zufolge leiden in Deutschland schätzungsweise 9,3 Prozent der Kinder im Alter von 6-11 Jahren an Neurodermitis, davon wiederum 9,5 Prozent an der schweren Form dieser Erkrankung. (1) Und bei den Jugendlichen ab 11 Jahren ist etwa jeder 12. betroffen. (2) Neurodermitis ist unter anderem durch Hautrötungen, entzündete, teilweise blutende Hautstellen und quälenden Juckreiz gekennzeichnet. (3,4)

Weitere News & Storys von Sanofi in Deutschland Wie lebt es sich mit dieser chronischen Hauterkrankung? Wie gestaltet sich der Tagesablauf einer Familie, in der ein Kind an einer mittelschweren oder schweren Form von Neurodermitis leidet? Anlässlich des Internationalen Tags der Familie wollen wir diesen Fragen nachgehen und beleuchten, welchen Einfluss Neurodermitis auf betroffene Familien haben kann.

Neurodermitis: Auswirkungen auf Familie

Starker Einfluss auf den Tagesablauf

Morgens aus dem gemütlichen Bett aufzustehen, ist für viele nicht einfach. Wenn aber ein quälender Juckreiz das Durchschlafen oft unmöglich gemacht hat, fällt dies noch schwerer. (5) Was anziehen? Bei der Auswahl der Kleidung sind einige Regeln zu beachten, denn nicht alle Materialien sind für Kinder mit Neurodermitis verträglich. So sind vor allem feingewebte glatten Materialien wie beispielsweise Baumwolle oder Seide besser verträglich. Und auch beim Frühstück müssen Familien die Erkrankung im Blick behalten, da zusätzlich zur Neurodermitis oftmals auch Nahrungsmittelallergien bestehen. (6) Mit Produkten aus Dinkel und Hirse haben viele Betroffenen gut Erfahrungen gemacht. Auch verschiedene Obstsorten wie Blaubeeren, Mango oder Aprikosen werden häufig gut vertragen.

In der Schule kann die, durch die Erkrankung verursachte chronische Müdigkeit, und die damit einhergehenden Konzentrationsprobleme die Leistung der Betroffenen beeinträchtigen. (4,7) Zusätzlich sind Kinder mit Neurodermitis in der Schule öfters Mobbing ausgesetzt. (7) Wie sieht abschließend wohl ein typischer Abend aus, wenn ein Kind an Neurodermitis leidet? Vorm Schlafengehen kurz abduschen, denn der Schweiß des Tages reizt die sensible und trockene Haut. Aber Vorsicht: nicht zu lange oder zu warm! Eincremen danach nicht vergessen und dann ab unter die allergiearme Bettwäsche… Hoffentlich schläft das Kind durch, sonst wird es morgen wieder anstrengend. Was, wenn es vor Juckreiz nicht schläft? Oder sich blutig kratzt und mit den offenen Wunden nicht zur Schule will?

Morgens aus dem gemütlichen Bett aufzustehen, ist für viele nicht einfach. Wenn aber ein quälender Juckreiz das Durchschlafen oft unmöglich gemacht hat, fällt dies noch schwerer.

Auch die Seele leidet

Die Erkrankung hat auch Einfluss auf den Alltag der Eltern. Sie sind durch die Schlafstörungen ihres Kindes ebenfalls müde und es kommt vor, dass sie aufgrund der Erkrankung ihres Kindes nicht zur Arbeit kommen können. (8,9) Neben dieser Herausforderung schultern Eltern als „Gesundheitsmanager“ weitere Belastungen: Sie organisieren Arzttermine und zahlen die Kosten für Pflegemittel oder hautfreundliche Kleidung. (10) Diese sind im Vergleich zu den langfristigen Verletzungen der Seele gering: 25 bis 39 Prozent der Kinder und Jugendliche erleben durch die sichtbaren Stellen Mobbing (7), 30 Prozent leiden an Angstsymptomen (5) und bis zu 52 Prozent sind regelmäßig unglücklich oder depressiv. (7) Diese Sorgen um das betroffene Kinder treibt auch die Eltern um: In einer Umfrage gaben 58 Prozent an, sich um das Selbstbewusstsein ihrer Kinder Gedanken zu machen. (11) 36 Prozent berichteten von eigenen Angst- und Depressionssymptomen. (11)

6 Fakten zur Krankheitslast bei Neurodermitis
  • Neurodermitis ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter (3)
  • 9 von 10 Kindern mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis leiden unter Juckreiz (4)
  • 7 von 10 Kindern mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis leiden unter Schlafmangel (5)
  • 3 von 10 betroffenen Kindern mit schwerer Neurodermitis haben Schulfehltage aufgrund ihrer Erkrankung (4)
  • 25 bis 39 Prozent der Kinder erleben durch die sichtbaren Stellen Mobbing (7)
  • 52 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen sind regelmäßig unglücklich oder depressiv (11)

Betroffene sichtbar machen

Schon unter besten Bedingungen, ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie herausfordernd. In einer stetig komplexer werdenden, schnelllebigen Zeit wächst der Druck, alles unter einen Hut zu bekommen. Am 15. Mai 1993 riefen daher die Vereinten Nationen mit der Weltgesundheitsorganisation den „Internationalen Tag der Familie“ ins Leben. Wir möchten diesen Tag zum Anlass nehmen und auf das Alltagsleben mit chronischen Erkrankungen aufmerksam machen.

Wie fühlen sich Kinder mit Neurodermitis? DANY: Die Mutmacherin für Kinder

Wie fühlen sich Kinder mit Neurodermitis? DANY: Die Mutmacherin für Kinder

Von verstohlenen Blicken der Passanten zu Arztbesuchen: In einem Büchlein und auf unserem Blog zum Leben mit Neurodermitis, gibt die 9-jährige Patientenbotschafterin DANY Einblicke in ihr Leben mit schwerer Neurodermitis.

Unterstützung für betroffene Familien

Je besser die Neurodermitis kontrolliert wird, desto einfacher ist es für die Familien den Alltag zu bewältigen. Dabei wird die Behandlung in verschiedene Stufen eingeteilt. Beispielsweise Triggervermeidung und topische (äußere) Hautpflege: je nach Stufe Salben oder Arzneimittel wie Kortison.

Neurodermitis bedeutet ein überaktives Immunsystem, das harmlose Umwelteinflüsse aggressiv bekämpft. Dabei ist das Immunsystem durch die sogenannte Typ-2-Entzündung dauerhaft in Alarmbereitschaft. Moderne Behandlungsoption setzen am Entzündungsgeschehen gezielt an und unterbrechen so den gesamten Prozess.

Als Gesellschaft können wir gemeinsam entlasten: Etwa Verständnis zeigen, wenn Provokationsfaktoren wie emotionaler Stress die Betroffenen zusätzlich herausfordern. Aufklärung über die Erkrankung macht die Belastungen sichtbar.

Zukunftsweisende Ansätze für neue Therapien

Information & Service

Unter www.leben-mit-neurodermitis.info informieren wir ausführlich über die Ursache von Neurodermitis, den Umgang mit der Erkrankung und unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

Referenzen
1) Silverberg JI et al. Ann Allergy Asthma Immunol 2021; DOI: https://doi.org/10.1016/j.anai.2020.12.020
2) Schmitt J et al Hautarzt. 2009; 60: 320-27
3) Werfel et al. S2k AWMF Leitlinie Neurodermitis. 2015:013-027 mit Amendment zur Systemtherapie 2020 :013-027
4) Brenninkmeijer EE et al. Pediatr Dermatol 2009; 26:14-22
5) Eczema Society of Canada. Atopic Dermatitis Quality of Life Report. 2017
6) Gandhi NA et al. Nat Rev Drug Discov. 2016; 15: 35-50
7) Zuberbier T et al. J Allergy Clin Immunol 2006; 118:226–232
8) Chamlin SL et al. Arch Pediatr Adolesc Med 2005; 159(8): 745-750
9) Fivenson D et al. J Manag Care Pharm 2002; 8(5): 333-342
10) Filanovsky MG et al. J Pediatr 2016; 169: 284-290
11) Manzoni A et al. An Bras Dermatol2013; 88(6): 894-899