Was sollte man über Polio und die Impfung wissen, welche häufigen Mythen kursieren über die Erkrankung?

Welt-Polio-Tag 2021: Wie Impfungen dazu beitragen können, eine Krankheit auszurotten

Weitere News & Storys von Sanofi in DeutschlandDas Thema Impfen ist nicht erst seit der COVID-19-Pandemie in aller Munde. Vor allem für Eltern von Babys und Kleinkindern sind Impftermine besonders in den ersten Jahren nach der Geburt ständige Begleiter. Warum sind Impfungen eigentlich so wichtig, auch schon früh im Leben? Diese Frage lässt sich gut am Beispiel der Kinderlähmung (Polio) beantworten. Anlässlich des Welt-Polio-Tages, der jedes Jahr am 24. Oktober stattfindet, möchten wir zeigen, was für einen bedeutenden Einfluss Impfungen auf das weltweite Infektionsgeschehen haben können und wie manche Krankheiten nur durch einen kleinen Piks sogar ausgerottet werden können. Was sollte man über Polio wissen, welche häufigen Mythen kursieren über die Erkrankung? Um das zu klären, nehmen wir die Erkrankung und fünf häufige Mythen einmal genauer unter die Lupe.

Ansteckungswege und Folgen von Polio

Da Polio unheilbar ist und nur durch Vorbeugen verhindert werden kann, ist es besonders wichtig, Babys und Kleinkinder schon früh durch eine Impfung zu schützen. Polio, kurz für Poliomyelitis, ist vielen eher als Kinderlähmung bekannt und eine der 13 Krankheiten, gegen die Kleinkinder schon frühzeitig durch eine Impfung geschützt werden sollten. Die Erkrankung, die durch Polioviren (Typ 1, 2, 3) verursacht wird, wird von Mensch zu Mensch fäkal-oral übertragen: Krankheitserreger werden über den Stuhl ausgeschieden und über den Mund aufgenommen, beispielsweise durch mangelnde Hygiene oder verunreinigtes Trinkwasser. Polio gilt als hoch ansteckend. Bei einer Infektion dringt das Virus in das Nervensystem ein und führt zu Symptomen wie Fieber, Erbrechen, Gliederschmerzen, Nackensteifigkeit und Ermüdung. In ca. 1 von 200 Fällen kann das Poliovirus innerhalb weniger Stunden zu einer vollständigen und irreversiblen Lähmung führen, besonders oft in den Beinen. Bei einer Lähmung der Atemmuskulatur kann Polio tödlich verlaufen; das geschieht bei ca. 5 bis 10 % der von Lähmungen Betroffenen. Da die Erkrankung unheilbar ist und nur durch Vorbeugen verhindert werden kann, ist es besonders wichtig, Babys und Kleinkinder schon früh durch eine Impfung zu schützen.

Polio – eine Krankheit, die die Welt lähmte

Vor der Einführung der flächendeckenden Polio-Impfung in Deutschland im Jahr 1962 traten Polio-Viren hierzulande mit zum Teil bis zu 9.500 Fälle pro Jahr auf. Nachdem bei der letzten schweren Polio-Epidemie in Deutschland im Jahr 1961 etwa 4.500 Menschen erkrankten, von denen 306 verstarben, empfahl die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung. Die Erkrankung konnte zurückgedrängt werden; seit 1993 sind in Deutschland keine hier erworbenen Polio-Fälle mehr verzeichnet worden. Seit einigen Jahren wird mit einem Tot-Impfstoff gegen Polio geimpft, das heißt, die Erregerbestandteile sind abgetötet. Das Polio-Virus ist jedoch nach wie vor weltweit verbreitet und bricht in einigen Regionen, darunter Afghanistan und Pakistan, wo viele Menschen noch ohne Impfschutz leben, immer wieder aus. So kann es beispielsweise durch Reisen in andere Regionen eingeschleppt werden. Die STIKO empfiehlt daher die Polio-Impfung auch hierzulande weiterhin.

Häufige Mythen über Polio unter der Lupe

Wer der Empfehlung der STIKO folgt, trägt dazu bei, sein Kind schon zu Beginn seines Lebens durch eine Impfung bestmöglich vor Polio und ihren Folgen zu schützen.

  1. Polio ist doch ausgerottet – wofür noch eine Impfung?
    Tatsächlich gibt es in Deutschland seit 1993 keine hierzulande erworbenen Polio-Fälle mehr. Durch die Globalisierung und vermehrte Reisen in Länder, in denen die Krankheit noch nicht ausgerottet ist, besteht aber nicht nur die Gefahr, sich dort mit dem Virus zu infizieren, sondern auch, dieses weiterzutragen. Solange es eine infizierte Person gibt, ist das Ansteckungsrisiko für alle Ungeimpften in ihrer Umgebung hoch.
  2. Polio ist doch ein anderes Wort für Kinderlähmung. Betrifft die Erkrankung also nur Kinder?
    Nicht ganz. Jeder, der keinen Impfschutz vor Polio hat, kann sich mit dem Virus infizieren. Der Begriff „Kinderlähmung“ wurde geprägt, weil das Virus früher so verbreitet war, dass Ansteckungen meist schon im Kindesalter erfolgten.
  3. Eine Infektion mit dem Polio-Virus führt automatisch zu einer Lähmung meines Kindes.
    Das ist zum Glück nicht ganz richtig. Mehr als 95 % der Menschen, die sich mit den Viren anstecken, leiden unter asymptotischen Beschwerden oder merken nichts von ihrer Infektion. Doch das birgt zusätzliche Gefahren. Das Virus wird von Mensch zu Mensch übertragen. Wer also nicht von seiner Erkrankung weiß, unternimmt keine Bemühungen, sich und seine Mitmenschen zu schützen.  
  4. Gibt es keine Medikamente für die Behandlung von Polio?
    Leider gibt es bis heute kein spezifisches Medikament gegen das Polio-Virus. Alle zur Verfügung stehenden Behandlungen können lediglich zur Linderung der Symptome beitragen, die Krankheit aber nicht heilen. Einen umfassenden Schutz gegen Polio bieten daher nur Hygiene und Schutzimpfungen.
  5. Wenn ich mein Kind einmal gegen Polio impfen lasse, reicht das ein Leben lang.
    Das ist leider nicht ganz richtig. Das Robert Koch-Institut empfiehlt, bereits Säuglinge zu immunisieren. Dafür sind mehrere Impfdosen im ersten und zweiten Lebensjahr nötig. Zehn Jahre später sollte die Impfung aufgefrischt werden. Eine weitere Auffrischung wird lediglich Risikogruppen empfohlen. Hierzu gehören laut RKI Reisende in ein Risikogebiet – wie die oben genannten oder einige afrikanische Länder – Gesundheitspersonal und Menschen, die Kontakt zu Infizierten hatte. Gehören Sie zu einer dieser Gruppen, sollten Sie sich bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zum Thema Auffrischimpfungen informieren.

Im Gegensatz zu früher können wir heute dank Fortschritten in der medizinischen Forschung auch die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft immer besser vor schweren Erkrankungen wie der Kinderlähmung bewahren. Wer der Empfehlung der STIKO folgt, trägt dazu bei, sein Kind schon zu Beginn seines Lebens durch eine Impfung bestmöglich vor der Erkrankung und ihren Folgen zu schützen.

Impfstoffe können schützen

Impfstoffe können schützen

Impfstoffe können einen Schutz vor bakteriellen und viralen Erkrankungen bieten. Eine Impfung regt das körpereigene Immunsystem an, passende Abwehrstoffe (Antikörper) zu produzieren. Diese Immunisierung kann den Körper vor der Infektionskrankheit schützen. Wir arbeiten jeden Tag mit Leidenschaft für eine Welt, in der sich alle Menschen durch Impfungen vor Krankheiten schützen können.