Alte-Leute-Krankheit? Es gibt wohl kaum eine Erkrankung, um die sich so viele Mythen ranken wie um Rheuma. Höchste Zeit, mit den gängigsten 5 Mythen aufzuräumen.

Alte-Leute-Krankheit? 5 Mythen über Rheuma und was wirklich stimmt

„Rheuma, das betrifft doch vor allem alte Menschen“, „Die Leute mit Rheuma erkennt man am schiefen Gang und den krummen Fingern“ – es gibt wohl kaum eine Erkrankung, um die sich so viele Mythen ranken wie um Rheuma. Vorurteile halten sich über Jahre hinweg und machen so manchem Patienten das Leben schwer. Höchste Zeit, mit den gängigsten 5 Mythen aufzuräumen.

Mythos 1: „Rheuma betrifft nur alte Menschen.“

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Zwar beginnt die häufigste chronische Entzündung der Gelenke, die rheumatoide Arthritis (RA), meist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr,(2) allerdings zählen neben der RA noch viele weitere Erkrankungen zum sogenannten rheumatischen Formenkreis. So gibt es hierunter einige Rheumaformen, die auch deutlich jüngere Menschen zwischen 20 und 40 Jahren betreffen können, wie beispielsweise die seronegativen Spondyloarthritiden (SpA).(3) Seronegativ bedeutet, dass keine spezifischen Rheumafaktoren im Blut des Betroffenen nachweisbar sind. Diese ebenfalls größere Gruppe an unterschiedlichen chronisch-entzündlichen rheumatischen Erkrankungen hat eins gemeinsam: die häufige Beteiligung der Wirbelsäule bzw. Entzündung der kleinen Wirbelgelenke (Spondylarthritis).

Mythos 2: „Bei Rheuma sollte man sich möglichst wenig bewegen, um die Gelenke zu entlasten.“

Mythos 2: „Bei Rheuma sollte man sich möglichst wenig bewegen, um die Gelenke zu entlasten.“ Falsch!
Bewegung ist nicht nur für Gelenke, Bänder und Muskeln gut, sondern auch wichtig für das seelische Wohlbefinden.(1) Denn: Durch regelmäßige körperliche Aktivität kann der Gelenkstoffwechsel im Fluss gehalten und Beschwerden vorgebeugt werden. Geeignete Sportarten sind beispielsweise Radfahren, Schwimmen oder Wandern.

Mythos 3: „Rückenschmerzen deuten auf Rheuma hin.“

Falsch!
Obgleich 80 Prozent der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens zumindest einmal an Rückenschmerzen leiden, lässt sich bei 85 Prozent der Rückenschmerzen keine genaue Ursache ausmachen. Vermutet werden oft Muskelverspannungen oder „verklebtes“ Bindegewebe, die sogenannten Faszien. Nur in sehr seltenen Fällen sind beispielsweise Morbus Bechterew oder andere Formen entzündlichen Rheumas die Auslöser für die Volkskrankheit Rückenschmerzen.(4)

Mythos 4: „Mit bewusster Ernährung kann man die Rheuma-Therapie unterstützen.“

Richtig!
Mit einer angepassten und ausgewogenen Ernährung können Betroffene eine Menge für sich tun: gegebenenfalls Übergewicht reduzieren, ihre Beweglichkeit erhalten, Schmerzen, Schwellungen und die Anzahl der betroffenen Gelenke verringern und das Risiko von Folgeerkrankungen vermindern.(5)

Mythos 5: „Patienten können den Krankheitsverlauf aktiv beeinflussen.“

Mythos 5: „Patienten können den Krankheitsverlauf aktiv beeinflussen.“ Richtig!
Patienten können Tag für Tag ihre medikamentöse Behandlung unterstützen, indem sie selbst aktiv zur Linderung der Beschwerden beitragen. Das ist vor allem möglich durch körperliche Aktivitäten, eine bewusste Ernährung, Stressreduktion und die Verwendung von Hilfsmitteln wie Schienen etc.(6)

Rheuma ist eine ernstzunehmende Krankheit, bei der es gilt, Vorurteile schrittweise abzubauen. Das hilft nicht nur Nahestehenden, sondern auch den Betroffenen selbst, einen besseren Umgang mit der Krankheit zu finden. Die gute Nachricht: Mit einer Kombination aus Medikation und Selbsthilfe lassen sich die Symptome lindern – und die alltäglichen Hürden klein halten.

Sie möchten mehr über RA und Vorurteile erfahren?

Sie möchten mehr über RA und Vorurteile erfahren?

In unseren Patienten-Videos lassen wir Betroffene zu Wort kommen, die ganz persönliche Einblicke in ihre Erfahrungen mit häufigen Vorurteilen gegenüber Rheuma gewähren.

Information & Service

Auf unserer neu gestalteten Patientenwebsite www.therapie-rheuma.de/patient finden Sie weitere wissenswerte Fakten zur rheumatoiden Arthritis sowie die themenspezifischen Servicebroschüren „Rheumatoide Arthritis verstehen“, „Bewegung bei rheumatoider Arthritis“ und „Bewusste Ernährung bei rheumatoider Arthritis“.

Bei Rheuma in Bewegung bleiben

Bei Rheuma in Bewegung bleiben

Erkrankungen, die unter dem Begriff „Rheuma“ zusammengefasst werden, führen zu Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat des Menschen, zum Beispiel den Gelenken und Knochen. Viele dieser Erkrankungen sind chronisch und sehr schmerzhaft. Wir forschen intensiv und entwickeln Therapien, die den Betroffenen das Leben erleichtern.

Quellen
1) Sanofi Genzyme. Bewegung bei rheumatoider Arthritis (RA) – gut für Körper und Seele: Mein Rheuma-Begleiter – der Patientenservice für RA-Patienten von Sanofi Genzyme. Online: https://www.therapie-rheuma.de/Downloads?id=fc5282f8-5344-4b56-ab13-673f5cadaea7 [Letzter Abruf: 19.01.2021].
2) Symmons D. Epidemiology and the rheumatic diseases. In: Watts RA, Conaghan PG, Denton C, Foster H, Isaacs J, Müller-Ladner U (Hrsg.): Oxford Textbook of Rheumatology (4 ed.), Chapter 27. Oxford (Oxford University Press) 2013.
3) Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh). Rheuma in Zahlen: Betroffenen Menschen in Deutschland. Online: https://dgrh.de/Start/DGRh/Presse/Daten-und-Fakten/Rheuma-in-Zahlen.html [Letzter Abruf: 19.01.2021].
4) Rheumaliga Schweiz. Rückenschmerzen. Online: https://www.rheumaliga.ch/rheuma-von-a-z/rueckenschmerzen [25.11.20].
5) Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. Rheumadiät: Ernährung kann (entzündlich) rheumatische Erkrankungen beeinflussen. Online: https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/rheumadiaet/?L=0 [Letzter Abruf: 19.01.2021].
6) Burmester, Dr. med. habil. G.-R. & Loddenkemper, Dr. med. K. Trias Therapie Kompass: Entzündliches Rheuma ganzheitlich behandeln. Georg Thieme Verlag 2007.