Die reisemedizinische Beratung im Vorfeld der Reise bietet die Möglichkeit, den aktuellen Impfstatus zu überprüfen und über notwendige Impfungen aufzuklären.

Aufgefrischt in den Urlaub! Impfschutz für die Reise – nah und fern

Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Polio auffrischen

Weitere News & Storys von Sanofi in DeutschlandMittlerweile führen 73% der Reisen bei uns ins Ausland – so viele wie nie zuvor. Die reisemedizinische Beratung im Vorfeld der Reise bietet die Möglichkeit, den aktuellen Impfstatus zu überprüfen und über notwendige Impfungen aufzuklären. Grundsätzlich sollten alle Erwachsenen eine ausreichende Immunität gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und auch gegen Polio besitzen. Dieser Basis-Impfschutz muss bei vorliegender Indikation regelmäßig aufgefrischt werden. Der Arztbesuch vor Antritt der Reise ist daher der ideale Zeitpunkt, um bestehende Impflücken zu schließen.

Impfrate für guten Kollektivschutz

Neben einer ausreichenden Tetanus-Prophylaxe im Verletzungsfall ist nach wie vor auch ein Impfschutz vor Polio wichtig. Trotz weltweit gesunkener Fallzahlen von Kinderlähmung bleibt die Gefahr neuer Polio-Infektionen selbst in Deutschland bestehen, solange das Polio-Virus weltweit noch nicht ausgerottet ist. Obwohl es in Deutschland keine Fälle mehr gibt, ist es trotzdem wichtig, die Impfquote hoch zu halten. Nur so lässt sich verhindern, dass sich eine von der Reise mitgebrachte Infektion verbreitet.

Ein weiteres Beispiel für steigende Infektionsraten aufgrund von unzureichendem Impfschutz ist Keuchhusten: Speziell Säuglinge vor der Grundimmunisierung im Alter von zwei Monaten haben ein besonders hohes Risiko für eine Ansteckung. Ein schwerer Krankheitsverlauf und Krankenhausaufenthalt können Folge einer Infektion sein. Aus diesem Grund ist es essentiell, dass die unmittelbare Umgebung ausreichend geschützt ist und einen schützenden Kokon aus Geimpften um den Säugling bildet. Zwei Drittel der Erwachsenen verfügen in Deutschland allerdings über keinen ausreichenden Impfschutz. Gerade die noch nicht geimpften Eltern, Familienmitglieder und weitere Angehörige können zur Verbreitung der Krankheit beitragen. Besonders Frauen im gebärfähigen Alter, Menschen mit einer Tätigkeit im Gesundheitsdienst oder in Gemeinschaftseinrichtungen sowie enge Kontaktpersonen eines Neugeborenen müssen über einen Pertussis (Keuchhusten)-Impfschutz verfügen.

Schutz in der Ferne: Typhus und Hepatitis A als Kombinations-Impfstoff für Reisende

Von allen deutschen Fernreisen gehen mittlerweile 50% nach Asien oder Afrika. Wussten Sie, dass in diesen Regionen mehr als 90 Länder Risikogebiete für Typhus und Hepatitis A sind? Beliebte Reiseziele wie Thailand und Ägypten bergen ein Infektionsrisiko für beide Erkrankungen. An Typhus erkranken pro Jahr bis zu elf Millionen Menschen weltweit und geschätzte 117.000 Fälle enden tödlich. Mit Hepatitis A infizieren sich jedes Jahr sogar etwa 159 Millionen Menschen weltweit. Die Todesfallzahlen schwanken zwischen 15.000 und 30.000.

Mehr als 90 Reiseländer sind ein Risikogebiet für Hepatitis A und Typhus

Typhus und Hepatitis A haben den gleichen Übertragungsweg über kontaminierte Nahrung und Wasser. Aber auch Fliegen können Überträger der Erreger sein. Daher ist es besonders wichtig, im Urlaub an bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu denken wie z. B. kein Trinken von Leitungswasser oder Essen von ungewaschenem Obst oder Salat. Jedoch ignorieren oder vergessen teilweise bis zu 80% der Reisenden diese Vorsichtsmaßnahmen. Werden diese Hygieneregeln nicht eingehalten und die Chance auf Prävention durch eine Impfung verpasst, ist die Ansteckungsgefahr für beide Krankheiten stark erhöht.

Typhus und Hepatitis A haben den gleichen Übertragungsweg über kontaminierte Nahrung und Wasser.

Einmal infiziert, reichen bei Typhus die zum Teil unspezifischen Symptome von Kopfschmerzen, Erschöpfung über Fieber bis hin zu Verstopfung, an die sich Durchfall anschließt. In schweren Fällen kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. Die Ansteckung mit Typhus macht eine Behandlung mit Antibiotika notwendig. Doch die steigende Zahl von Resistenzen erschwert den Behandlungserfolg. Durch Impfprävention und andere Maßnahmen kann die Nutzung von Antibiotika reduziert werden. Dies wird zunehmend wichtiger, denn die WHO hat die Antibiotika-Resistenz zu einer der zehn größten Gefahren für die Gesundheit weltweit erklärt.

Bei Hepatitis A zeigen sich ebenfalls zunächst unspezifische Symptome wie Erschöpfung, Kopfschmerzen und Beschwerden im Bauchraum. Im weiteren Verlauf kann es unter anderem zur Gelbsucht kommen. Eine spezifische Therapie ist nicht verfügbar, behandelt werden die Symptome.

Besonders vor Reisen nach Asien oder Afrika empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) daher die Impfung gegen Typhus und Hepatitis A.  Ein Kombinationsimpfstoff kann vor beiden Infektionen bereits 14 Tage nach der Impfung schützen.

„Zwei Drittel der Erwachsenen haben keinen ausreichenden Keuchhusten-Impfschutz“

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„Zwei Drittel der Erwachsenen haben keinen ausreichenden Keuchhusten-Impfschutz“, so Prof. Dr. med. Carl Heinz Wirsing von König über den Impfstatus bei Erwachsenen. Im Interview erklärt er, warum beispielsweise Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten bei Erwachsenen regelmäßig aufgefrischt werden sollten.