6 Tipps, wie Menschen mit rheumatoider Arthritis, die zur Risikogruppe für einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 zählen, die Bedingungen fortsetzen.

Trotz Corona: Behandlung der rheumatoiden Arthritis im Blick behalten

Menschen mit rheumatoider Arthritis (RA), die zur Risikogruppe für einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 zählen, belastet die aktuelle Krisen-Situation unter Umständen besonders. Viele RA-Patienten fragen sich: Wie kann ich die Behandlung der Krankheit unter diesen erschwerten Bedingungen fortsetzen, ohne das Infektionsrisiko zusätzlich zu erhöhen? Wir verraten, wie Sie Behandlungsziele und wichtige Therapieentscheidungen auch jetzt gut im Auge behalten.

Tipp 1: Video- oder Telefonsprechstunde nutzen

Weitere News & Storys von Sanofi in DeutschlandGrundsätzlich sollten RA-Patienten jederzeit Kontrollen sicherstellen, um das oberste Ziel der Behandlung erreichen zu können, die Entzündungsaktivität dauerhaft zu hemmen. (1) Die Entscheidung, ob das Risiko für eine Verschlechterung des Zustands durch den Arztbesuch oder durch fehlende Kontrollen höher ist, sollten Patienten in keinem Fall selbst treffen. Sie ist von verschiedenen Punkten abhängig:

  • Ist die Diagnose gerade erst gestellt worden?
  • Ist der Patient schon länger auf eine Behandlung eingestellt und spricht gut darauf an?
  • Oder hat gerade eine Umstellung der Behandlung stattgefunden? (2)

Zahlreiche Ärzte bieten Telefon- oder Videosprechstunden an. Für die Videosprechstunde benötigen Patienten nicht mehr als ein Smartphone, Computer oder Tablet mit Internetanschluss und eingebauter Kamera. Oft schafft ein Anruf in der Arztpraxis Klarheit.

Videosprechstunde mit dem Arzt

Tipp 2: Beim Arztbesuch Hygienemaßnahmen einhalten

Patienten sollten den Arzt nur nach telefonischer Ankündigung und möglichst mit Mund-Nasen-Schutz aufsuchen. Auch dort gilt die 1,5-Meter-Abstandsregel. Ist der Fahrstuhl belegt? Der nächste kommt zeitnah. Gibt es getrennte Eingänge? Stehen mehrere Wartebereiche zur Verfügung? Auf gründliches Händewaschen (mindestens 20 Sekunden lang) vor dem Arztbesuch und Nutzung des dortigen Desinfektionsmittels sollte keiner verzichten. Wer dennoch etwas angefasst hat, zum Beispiel eine Türklinke: nicht ins Gesicht fassen und unmittelbar danach die Hände erneut waschen! (3)

Tipp 3: Falls keine Infektion mit SARS-CoV-2-Virus: Behandlung fortsetzen

Generell gilt: Je früher die Behandlung mit sogenannten antirheumatischen Medikamenten (DMARDs) beginnt, desto besser. Die Symptome lassen sich mildern. Das Fortschreiten der Krankheit kann gebremst, eine weitgehende Entzündungs- und Beschwerdefreiheit oft erzielt werden. (1) Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) empfiehlt daher, die Behandlung der rheumatoiden Arthritis unverändert fortzusetzen, solange keine Infektion mit dem Corona-Virus nachgewiesen ist. (4) Das ist besonders wichtig, wenn die Krankheit gerade erst festgestellt wurde oder die Behandlung angepasst werden muss.

Tipp 4: Medikamente niemals ohne Rücksprache mit dem Arzt absetzen

Eine weitere aktuelle Sorge: der mögliche Einfluss von Corona auf das ohnehin geschwächte Immunsystem. Antirheumatische Medikamente wie konventionelle synthetische DMARDs, Biologika, Januskinase-Hemmer, aber auch Kortison, das bei Rheumaschüben kurzfristig oft zusätzlich zur Entzündungshemmung eingesetzt wird, beeinflussen das körpereigene Abwehrsystem. (1,5) Viele Betroffene fürchten sich daher besonders vor einer Corona-Infektion. Solange keine Infektion mit dem Virus vorliegt, sollten Patienten diese Medikamente auf keinen Fall ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt absetzen. Das rät die DGRh. Der Grund: In der Regel ist das Infektionsrisiko höher, wenn die entzündliche Rheumaerkrankung unbehandelt aktiv ist, als wenn sie mit Medikamenten gut eingestellt ist. (5)

Tipp 5: Den Arztbesuch sorgfältig planen

Ist eine Kontrolluntersuchung aus Sicht des behandelnden Arztes notwendig, sollten Patienten am besten Praxen aufsuchen, die sich an die Vorgaben der neuen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)  halten. Dazu zählen:

  • Räumliche Trennung infizierter Patienten durch eigene Sprechstunde
  • Versand von Rezepten und Überweisungen
  • Angebot von Video- und Telefonsprechstunden
  • Bemühen, den persönlichen Kontakt mit Patienten auf das Nötigste zu reduzieren (6)

Im Gegenzug sollten Patienten die allgemeinen Hygieneregeln der Bundesregierung sowie die Maßnahmen des Robert-Koch-Instituts für besonders gefährdete Personen befolgen, um sich und andere Menschen zusätzlich zu schützen.

Tipp 6: Weiterhin aktiv zum Behandlungserfolg beitragen

Auch wenn es gerade jetzt besondere Disziplin erfordert, ist es ratsam, neben der medikamentösen Behandlung weiterhin aktiv zum Behandlungserfolg beizutragen. Hierzu gehören:

Bei rheumatoider Arthritis: Vollwertige Ernährung, Sport, Soziale Kontakte digital pflegen

Information & Service

Weitere wissenswerte Fakten zur rheumatoiden Arthritis finden Sie auf unserer Website www.therapie-rheuma.de sowie in unseren Servicebroschüren „Rheumatoide Arthritis verstehen“, „Bewegung bei rheumatoider Arthritis “ und „Bewusste Ernährung bei rheumatoider Arthritis“.

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Rheumatoide Arthritis: Wenn sich die Gelenke entzünden

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Die Haare kämmen, einen Apfel schneiden oder ein Hemd zuknöpfen: Alltägliche Tätigkeiten wie diese gehen den meisten Menschen leicht von der Hand. Anders bei Menschen mit einer rheumatoiden Arthritis. Diese chronische Erkrankung kann Schmerzen in den Gelenken verursachen, welche Patienten stark wahrnehmen. Zudem führt die Krankheit oft dazu, dass Gelenke anschwellen und im Laufe der Zeit die Beweglichkeit eingeschränkt wird.

Quellen:
(1) Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (2019). Management der frühen rheumatoiden Arthritis S3 Leitlinie. Online: https://dgrh.de/dam/jcr:ef21c8b2-cfa2-4058-abfd-70f2d70b45b4/S3-LL%20Fr%C3%BChe%20RA_FINAL.pdf [20.05.20].
(2) Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (2020). Aktuelle Handlungsempfehlungen der deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. für die Betreuung von Patienten mit rheumatischen Erkrankungen während der SARS-CoV-2/COVID 19-Pandemie. Online: https://dgrh.de/Start/Publikationen/Empfehlungen/Therapie-bei-besonderen-Situationen/Empfehlungen-w%C3%A4hrend-der-SARS-CoV-2-Covid-19-Pandemie.html [20.05.2020].
(3) Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2020). Verhaltensregeln und -empfehlungen zum Schutz vor dem Coronavirus im Alltag und im Miteinander. Online: https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/verhaltensregeln.html [20.05.20].
(4) Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (2020). Rheuma und COVID-19: Fachgesellschaft erneuert Schutzempfehlungen für Patienten. Online: https://dgrh.de/Aktuelles/Rheuma-und-COVID-19--Fachgesellschaft-erneuert-Schutzempfehlungen-f%C3%BCr-Patienten.html [20.05.20].
(5) Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (2020). Neue Daten unterstreichen: kein Absetzen der Medikamente aus Angst vor SARS-CoV-2. Online: https://dgrh.de/Aktuelles/Neue-Daten-zu-COVID-19-und-Rheuma.html [20.05.20].
(6) Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (2020). DEGAM S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis. Online: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/054-054l_S1_Neues_CORONA_Virus_2020-05.pdf [20.05.20].
(7) Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V. (2015). Leben und Lieben mit Rheuma: Informationen für Menschen mit rheumatischen Erkrankungen. Online: https://www.rheuma-liga.de/fileadmin/public/main_domain/Dokumente/Mediencenter/Publikationen/Broschueren/A22_LebenundLieben_kurz.pdf [20.05.20].