It’s Darm o’clock: Was unsere Verdauung steuert

Schon Einstein war von ihr fasziniert: die Zeit. Denn das gesamte Universum unterliegt ihrem Gesetz. Auch unser Körper wird bis in die kleinsten Zellen vom sogenannten zirkadianen Rhythmus beeinflusst. Unsere interne Uhr regelt damit eine Fülle von Funktionen. Störungen können sich sogar negativ auf das Gewicht oder den Blutzucker auswirken. Und auch unsere Verdauung wird maßgeblich durch zeitliche Faktoren beeinflusst. (1), (2), (3)

Winterschlaf Adé! Jetzt heißt es für unseren Darm: Wieder in Schwung kommen

Unsere ganze Welt unterliegt unter anderem dem Rhythmus der Jahreszeiten. In der kalten Jahreszeit klagt so manch einer von uns zum Beispiel über Probleme mit der Verdauung wie Verstopfung, harten Stuhlgang und einen unangenehmen Toilettengang, wozu unter anderem deftiges Weihnachtsessen und winterlicher Muckel-Modus ihren Beitrag leisten können. Im Frühling werden die Tage länger – und wir wieder wacher. Verantwortlich hierfür ist vor allem die gute alte Sonne. Denn sie bewirkt, dass in unserem Körper weniger von dem Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet wird, sodass wir uns wieder beschwingter fühlen.

Melatonin ist übrigens ein wichtiger Biorhythmusgeber. Es beeinflusst unsere innere Uhr und spielt für unseren Tagesrhythmus (auch zirkadianer Rhythmus genannt) eine sehr wichtige Rolle. Spannend: Melatonin wird nicht nur in der Zirbeldrüse (Epiphyse) und der Netzhaut des Auges (Retina) produziert, sondern auch im Darm. Das Schlafhormon beeinflusst damit sowohl unseren Schlaf-Wach-Rhythmus als auch die Verweildauer des Nahrungsbreis in unserem Verdauungstrakt, sowie dessen Peristaltik. (4) So hat man zum Beispiel herausgefunden, dass die Aktivität des Darms nach dem Essen während Phasen langer Dunkelheit, was im Winter von Bedeutung sein mag, kürzer ist, als in hellen Phasen. (5) Experten beschäftigen sich nun damit, was genau dies für unsere Verdauung bedeutet.

Wussten Sie, dass die Melatoninspiegel im Magen-Darm-Trakt die Melatoninspiegel in unserem Blut um das 10- bis 100-fache übersteigen können?

Müdemacher Melatonin

Wussten Sie, dass die Melatoninspiegel im Magen-Darm-Trakt die Melatoninspiegel in unserem Blut um das 10- bis 100-fache übersteigen können? Fest steht aber: Ist der Darm weniger aktiv, verweilt die Nahrung länger im Verdauungstrakt. Je länger der Passiervorgang dauert, desto mehr Wasser wird dem Stuhl entzogen und er wird fest und hart. (6) Um einen trägen Darm – unabhängig von der Jahreszeit – etwas unter die Arme zu greifen, können übrigens auch Stuhlweichmacher, wie z.B. DulcoSoft helfen. Das Medizinprodukt mit Macrogol 4000 unterstützt durch seine Wasserbindung sanft und auf natürliche Weise. So wird der Stuhl aufgeweicht und der Stuhlgang erleichtert.

Licht und Eiweiß das sind die Strippenzieher für unser Schlafverhalten.

Licht und Eiweiß

… das sind die Strippenzieher für unser Schlafverhalten. Zum einen wirken Lichtquellen wie die Sonne, aber auch künstliches Licht auf das Nervenzentrum des Gehirns, das wiederum die Darmfunktionen reguliert. Zum anderen sorgen unzählige kleine Eiweiße, sogenannte „24-Stunden Clock Proteine“ in den Körperzellen dafür, dass auch unser Verdauungsapparat ganz genau weiß, was zu tun ist. In den Zellen werden zeitabhängig Hormone ausgeschüttet, die weitere Stoffwechselvorgänge in Gang setzen – wie die Freisetzung von Melatonin an den Darmwänden. So beeinflusst das Schlafhormon nicht nur unseren Schlaf-Wach-Rhythmus, sondern auch die Nahrungsverwertung. Zirkuliert mehr Melatonin in unserem Stoffwechsel, kann es dazu kommen, dass unsere Verdauung träger wird und der Darm sich etwas mehr Zeit nimmt, um seine Arbeit zu verrichten. (7)

Natürliche Energy-Drinks: Diese Frühlings-Smoothies bringen den Darm in’s Reine

Frühjahrsputz: Genauso wie wir unsere eigenen vier Wände im Frühling gerne einer ordentlichen Grundreinigung unterziehen, kann das auch unserem Verdauungstrakt guttun. Wie? Zum Beispiel mit unseren Frühlings-Smoothies – für einen beschwingten Darm.

Fit für’s Frühstück: Kefir-Smoothie-Bowl

Experten sind sich einig: Eine intakte Darmflora wirkt sich positiv auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden aus. Helfen können hier Probiotika, also Bakterienstämme, die nach Aufnahme unsere Magenpassage lebend durchqueren und im Darm gesundheitsfördernde Effekte entfalten können. Zu finden sind sie unter anderem in Kefir, Sauerkraut oder Brottrunk.

  • 1 Becher Kefir
  • 2 gefrorene Bananen
  • Nussmus nach Wahl (z.B. ungesüßte Erdnussbutter, Mandelmus oder Cashewmus)
  • Verschiedene Toppings, wie Leinsamen, Nüsse, Haferflocken, Kokosflocken, frische Beeren, dunkle Schokoladensplitter oder Kerne

Kefir, Bananen und Nussmus in einen Mixer geben und pürieren. Anschließend in eine Schale geben und mit Toppings nach Lust und Laune garnieren.

Natürliche Energy-Drinks: Diese Frühlings-Smoothies bringen den Darm in’s Reine

Muntere Mittagspause: Papaya-Leinsamen-Smoothie

Die in der Papaya enthaltenden Enzyme regen die Verdauung an und haben außerdem anti-entzündliche Eigenschaften. Leinsamen enthalten Ballaststoffe, Antioxidantien sowie essentielle Fettsäuren, die für unsere Allgemeingesundheit sehr nützlich sind. Zimt wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd.

  • ½ Papaya
  • 1 Banane
  • 20 g Leinsamen
  • 200 ml Wasser
  • Etwas Zimt

Alle Zutaten im Mixer verblenden, bis eine sämige Konsistenz erreicht ist.

Aktiv am Abend: Bitter-Smoothie

Gar nicht so bitter, wie er klingt, aber der Bitterstoff Lactucopikrin im Chicorée oder Endiviensalat wirkt verdauungsfördernd und wohltuend für den Darm. Außerdem regt er die Bildung von Magen- und Pankreassaft an, was die Verdauung aufgenommener Nahrung unterstützen kann.

  • 2 Handvoll Feldsalat oder Babyspinat
  • 2 Orangen
  • 1 Handvoll Endiviensalat oder Chicorée
  • 150ml Wasser

Alle Zutaten im Mixer verblenden, bis eine sämige Konsistenz erreicht ist.

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Quellen
(1) Chen C et al. Recent advances in circadian rhythms in cardiovascular system. Front. Pharmacol., 01 April 2015 | https://doi.org/10.3389/fphar.2015.00071
(2) Potter GDM et al. Circadian Rhythm and Sleep Disruption: Causes, Metabolic Consequences, and Countermeasures. Endocrine Reviews, Volume 37, Issue 6, 1 December 2016, Pages 584–608, https://doi.org/10.1210/er.2016-1083
(3) Liang X et al. Timing the Microbes: The Circadian Rhythm of the Gut Microbiome. J Biol Rhythms. 2017 Dec;32(6):505-515. doi: 10.1177/0748730417729066.
(4) Qin J, Li R, Raes J, et al. A human gut microbial gene catalogue established by metagenomic sequencing. Nature. 2010;464:59–65
(5) Thor PJ et al. Melatonin and Serotonin effects on gastrointestinal motility. Journal of physiology and Pharmacology 2007, 58, Suppl 6, 97-105
(6) Stephen AM et al. Effect of changing transit time on colonic microbial metabolism in man. Gut 1987; 28: 601–609
(7) Thor PJ et al. Melatonin and Serotonin effects on gastrointestinal motility. Journal of physiology and Pharmacology 2007, 58, Suppl 6, 97-105