Zum Welt-Rheuma-Tag: Wie Sie Rheuma-Patienten unterstützen können

Zum Welt-Rheuma-Tag: Wie Sie Rheuma-Patienten unterstützen können

Die Diagnose rheumatoide Arthritis (RA) verändert nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern auch den gemeinsamen Alltag mit engen Bezugspersonen wie dem Partner, nahen Verwandten und Freunden. Anlässlich des diesjährigen Welt-Rheuma-Tags verraten wir, was Nahestehende tun können, um Betroffene bei Aufgaben und Erledigungen zu unterstützen, und was Patienten mit RA helfen kann, den Alltag möglichst positiv zu gestalten.

Weitere News & Storys von Sanofi in Deutschland Ein fürsorgliches und unterstützendes soziales Umfeld hat einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden von Patienten mit chronischen Krankheiten. (1-3) Das schließt nicht nur diejenigen ein, die mit den Betroffenen zusammenleben, sondern auch alle Menschen, die Alltag und Freizeit mit ihnen teilen. (4) Je nach Beziehung können solche Bezugspersonen Menschen mit rheumatoider Arthritis auf verschiedene Weise unterstützen.

Was kann ich als nahe Bezugsperson tun?

1. Gesprächsbereitschaft und Emotionen zeigen

Partner, Familie oder nahe Verwandte sollten sich im Alltag Zeit nehmen, mit den Betroffenen über die rheumatoide Arthritis und damit verbundene Sorgen zu sprechen. Das verbessert das Wissen über die Krankheit und fördert gegenseitiges Verständnis für die Bedürfnisse des anderen. (2)

2. Gemeinsamen Hobbies nachgehen

Auch wenn Planungen aufgrund der Unvorhersehbarkeit der RA-Symptome lange im Voraus schwierig sind: Aus kleinen, gemeinsamen Tagesplänen lässt sich neue Energie schöpfen. (2) Als enger Vertrauter können Sie hier das Ruder in die Hand nehmen. Ob ein Besuch bei den Nachbarn, ein Spaziergang in der Natur oder ein Ausflug ins Museum: Erlaubt ist, was beiden gefällt.

Zum Welt-Rheuma-Tag: Gemeinsamen Hobbies nachgehen

3. Soziales Netzwerk erweitern

Vor allem für Menschen mit rheumatoider Arthritis, die Kinder haben, kann ein erweitertes soziales Netzwerk (z.B. während eines akuten Krankheitsschubs), das nicht nur die eigene Familie und Freunde einschließt, entlasten. Eine Haushaltshilfe, Tagesmutter oder die sozialpädagogische Familienhilfe kann zusätzlich unterstützen. (5)

4. Alltägliche Aufgaben abnehmen

Waschen, einkaufen, kochen: Solche alltäglichen Erledigungen sind für Personen mit RA (je nach Krankheitsausmaß und -phase) oft oder zeitweise nicht allein zu bewältigen. Nahestehende können helfen, indem sie häusliche Aufgaben und Organisatorisches (z.B. finanzielle Angelegenheiten) übernehmen. (4)

Wie verhalte ich mich als Freund oder Freundin am besten?

Aufgrund der Krankheitssymptome sind Menschen mit RA häufig gezwungen, Verabredungen kurzfristig abzusagen und sich zu Hause auszukurieren. Freunde sollten diesen vorübergehenden Rückzug daher nicht persönlich nehmen.

Zum Welt-Rheuma-Tag: Tipps für Angehörige

Und als Betroffener: Wie kann ich mein Wohlbefinden steigern?

Neben dem sozialen Umfeld sind es vor allem die eigenen Gedanken und Aktivitäten, die das Wohlbefinden positiv beeinflussen können. (1) Die besten Tipps zur Selbsthilfe haben wir hier zusammengefasst:

1. Auf Körpersignale achten

Da Überanstrengung einen Krankheitsschub auslösen kann, sollten Patienten mit rheumatoider Arthritis Überarbeitung und Übermüdung vermeiden und sich bei ersten Anzeichen ausruhen. (6)

2. Hilfe von Nahestehenden annehmen

Unterstützung bei Therapieübungen, Begleitung bei Arztbesuchen oder alltäglichen Handgriffen: Betroffene sollten offen ansprechen, in welchen Situationen sie Hilfe benötigen und sich nicht scheuen, diese in Anspruch zu nehmen. (6)

3. Psychologischen und ärztlichen Rat befolgen

Eine gute Zusammenarbeit mit Ärzten und Psychologen hilft, mit der Krankheit umzugehen. Tipp: Fragen bewusst zurechtlegen, Ratschläge der Experten befolgen und Beschwerden im Blick behalten sowie detailliert beschreiben. (6)

4. Für Ausgleich zur RA sorgen

Klar: Die Auseinandersetzung mit der RA ist wichtig. Betroffene sollten allerdings darauf achten, dass die Krankheit nicht zu viel Platz in ihrem Leben einnimmt. Was dabei hilft: die Festlegung bestimmter Zeiten am Tag, die allein den Aktivitäten vorbehalten sind, die Freude bereiten. (6-7)

5. Kontakte zu Familie und Freunden pflegen

Ein gutes soziales Netzwerk fördert Aktivitäten und eine bewusste Teilhabe am Leben. (6) (Neue) Freizeitbeschäftigungen, die Spaß bereiten, stärken das Selbstvertrauen und eignen sich gut zur Knüpfung neuer Kontakte. (7)

Zum Welt-Rheuma-Tag: Kontakte zu Familie und Freunden pflegen

Für nahe Bezugspersonen ist es oft nicht leicht, den richtigen Mittelweg zwischen Fürsorge für die Betroffenen und der Wahrung ihrer Autonomie zu finden. (3) Offene Kommunikation, Geduld und Einfühlungsvermögen von beiden Seiten helfen, diesen zu finden und die Krankheit gemeinsam gut zu bewältigen.

69 %
der Patienten mit einer chronischen Erkrankung denken ständig oder oft an ihre Krankheit. (1)
84 %
der von einer chronischen Krankheit Betroffenen sagen, dass Familie, Freunde und medizinische Fachkräfte den meisten Halt geben. (1)
42 %
der Nahestehenden sind nach der Diagnose um den Patienten besorgt. (1)
 

Information & Service

Weitere wissenswerte Fakten zur rheumatoiden Arthritis finden Sie auf unserer Website www.therapie-rheuma.de sowie in unseren Servicebroschüren „Rheumatoide Arthritis verstehen“ und „Bewegung bei rheumatoider Arthritis“.

Bei Rheuma in Bewegung bleiben

Bei Rheuma in Bewegung bleiben

Erkrankungen, die unter dem Begriff „Rheuma“ zusammengefasst werden, führen zu Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat des Menschen, zum Beispiel den Gelenken und Knochen. Viele dieser Erkrankungen sind chronisch und sehr schmerzhaft. Die Wissenschaft unterscheidet im Wesentlichen zwei Ausprägungen: Zum einen die degenerativen Erkrankungen oder sogenannten Verschleißerscheinungen und zum anderen die entzündlichen rheumatischen Erkrankungen – auch rheumatoide Arthritis genannt.

Quellen
1) Benkel I, Arnby M, Molander U. Living with a chronic disease: A quantitative study of the views of patients with a chronic disease on the change in their life situation. SAGE Open Medicine 2020; 8: 1-7. 
2) Brignon M et al. Patients and relatives coping with inflammatory arthritis: Care teamwork. Health Expect 2020; 23: 137-147.
3) Untas A et al. What is relatives’ role in arthritis management? A qualitive study of the perceptions of patient-relative dyads. Patient Preference and Adherence 2020; 14: 45-53.
4) Limbacher, C (2015). Angehörigenratgeber – nehmen sie Bezug auf die eigene Belastung? Am Beispiel der rheumatoiden Arthritis (Bachelor-Thesis, Angewandte Humanwissenschaften). Online: https://core.ac.uk/reader/51449412 [03.08.20]. 
5) beta Institut gemeinnützige GmbH (2019). Rheuma < Familie. Online: https://www.betanet.de/rheuma-familie.html [28.07.20].
6) Lifeline (2018). Krankheitsbewältigung. Alltag mit Rheuma: Tipps und Regeln. Online: https://www.lifeline.de/krankheiten/rheuma/leben-mit-rheuma/ [28.07.20].
7) Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V. (2015). Leben und Lieben mit Rheuma: Informationen für Menschen mit rheumatischen Erkrankungen. Online: https://www.rheuma-liga.de/fileadmin/public/main_domain/Dokumente/Mediencenter/Publikationen/Broschueren/A22_LebenundLieben_kurz.pdf [28.07.20].