Weltkrebstag: Bei Krebs braucht auch die Psyche Hilfe

Weltkrebstag: Bei Krebs braucht auch die Psyche Hilfe

Rund 500.000 Menschen erkranken hierzulande pro Jahr neu an Krebs. Bei Männern steht Prostatakrebs an erster Stelle, gefolgt von Lungen- und Darmkrebs, bei Frauen ist es Brustkrebs, gefolgt vom Darm- und Lungenkrebs. (1) Der Weltkrebstag am 4. Februar macht auf die Situation von Menschen mit Krebs aufmerksam.

Weitere News & Storys von Sanofi in DeutschlandEine Krebsdiagnose ist für Patienten und ihre Familie eine große Herausforderung. Dabei gilt es nicht nur, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen und mit dem Arzt Entscheidungen rund um die Therapie zu treffen. Für viele Menschen ist damit auch eine Ungewissheit verbunden, was nun auf sie zukommt und welche Auswirkungen die Erkrankung auf den Alltag hat. Das ist nur ein Beispiel für psychische Belastungen während einer Krebserkrankung. Patienten und ihre Angehörigen müssen damit nicht allein klarkommen. Denn es gibt vielfältige Hilfe, um wieder ins psychische Gleichgewicht zu kommen.

Psychoonkologen: Bei psychischer Belastung durch Krebserkrankungen

Ein wichtiges Instrument ist die psychoonkologische Betreuung. Diese kann zu jedem Zeitpunkt der Erkrankung in Anspruch genommen werden – je nach Bedürfnis des Patienten. Der eine benötigt Unterstützung während der Therapie, der andere vielleicht erst beim Wiedereinstieg in den Job. Viele Kliniken beschäftigen Psychoonkologen, die bei akuten Problemstellungen unterstützen. Danach kümmern sich niedergelassene Psychoonkologen oder solche in Rehakliniken. Ziel dieser Betreuung ist es, die Lebensqualität von Menschen mit Krebs zu erhalten oder wiederherzustellen. Psychoonkologen helfen auch, wenn das Selbstwertgefühl leidet, eine starke Müdigkeit von einem Besitz ergreift oder sich z.B. Probleme in der Beziehung entwickeln. Sie geben Strategien an die Hand, um die psychischen Herausforderungen bewältigen zu können. Jedem Krebspatienten steht die Unterstützung durch einen Psychoonkologen zu. Die Kosten für diese professionelle Unterstützung tragen die Krankenkassen. (2) Der Krebsinformationsdienst bietet eine Liste mit mehr als 600 Adressen von psychotherapeutischen Ansprechpartnern, die eine von der Deutschen Krebsgesellschaft anerkannte Weiterbildung in der Begleitung von Krebspatienten haben. (3)

In Selbsthilfegruppen können Krebspatienten häufig offener reden

In Selbsthilfegruppen können Krebspatienten häufig offener reden.Auch wenn Gespräche grundsätzlich guttun: Viele Patienten haben Hemmungen, mit der Familie und Freunden wirklich offen zu reden. Es ist für viele Betroffene oft nicht leicht, ihnen gegenüber Schwächen oder Ängste einzugestehen. Manche Probleme, die als Folge einer Krebserkrankung auftreten, sind ihnen auch peinlich, z.B. Inkontinenz oder Impotenz. Menschen mit gleichen oder sehr ähnlichen Erfahrungen sind dabei gute Ansprechpartner. Deshalb können Selbsthilfegruppen eine große Stütze sein. Wer eine passende Gruppe sucht, kann sich an die Selbsthilfekontaktstelle in seiner Region wenden. Auch im Internet gibt es viele Möglichkeiten, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Das gilt übrigens auch für Angehörige, an denen die Krebserkrankung eines geliebten Menschen ebenfalls nicht spurlos vorübergeht.

Eine große Stütze bei Krebs – auch für die Psyche: Familie und Freunde

Auch wenn es an manchen Stellen Grenzen gibt: Familie und Freunde sind natürlich eine sehr wichtige Stütze. Schon einfache Fragen wie „Kann ich etwas für dich tun?“ oder „Wie geht es Dir?“ geben das gute Gefühl, nicht allein zu sein. Vielleicht nimmt man sich auch mehr Zeit füreinander, z.B. um gemeinsam spazieren zu gehen. Es sind keine großen Worte nötig, um Nähe zu schenken. Begleitung bei Arztbesuchen zu haben, ist vielen Krebspatienten ebenfalls wichtig.

Mit Sport zu einer besseren Lebensqualität trotz Krebs. 

Mit Sport zu einer besseren Lebensqualität trotz Krebs

Sind Krebspatienten dazu in der Lage, körperlich aktiv zu werden, sollten sie dies tun. Es gibt zahlreiche Studien, die zeigen, wie viele positive Effekte Sport bei Krebs hat. (4) Therapien werden besser vertragen, das Rückfallrisiko sinkt. Sport steigert auch das Selbstwertgefühl und ist wirkungsvoll gegen starke Müdigkeit, die Fatigue. Depressive Stimmungen können abgemildert werden und Sport kann zu einem besseren Körpergefühl verhelfen, was wiederum zu mehr Wohlbefinden führt. Ideal ist eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining. Patienten sollten sich mit ihrem Arzt beraten, welche Sportart infrage kommt und wie viel sie sich zumuten können. Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Tai Chi können zu mehr Gelassenheit und zur Überwindung von Stimmungstiefs verhelfen.

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO zählt Krebs derzeit noch zu einer der häufigsten Todesursachen weltweit.

Dem Krebs die Stirn bieten

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO zählt Krebs derzeit noch zu einer der häufigsten Todesursachen weltweit. Und mit der immer älter werdenden Bevölkerung nimmt leider auch die Zahl der bösartigen Tumorerkrankungen kontinuierlich zu. Dementgegen stehen allerdings die immer bessere Früherkennung sowie viele innovative Therapien, die zu einer erfolgreichen Bekämpfung der Erkrankung beitragen. So muss die Diagnose Krebs heute nicht zwangsläufig zum Tod führen.

Quellen
(1) https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_node.html (zuletzt abgerufen am 11.01.2021)
(2) www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebs-und-psyche/professionelle-psychologische-betreuung-bei-einer-krebserkrankung.html (zuletzt abgerufen am 11.01.2021)
(3) www.krebsinformationsdienst.de/service/adressen/psychoonkologen.php (zuletzt abgerufen am 11.01.2021)
(4) https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/sport-bei-krebs-so-wichtig-wie-.html (zuletzt abgerufen am 11.01.2021)