Atemwegserkrankungen im Überblick: Grippe, COVID-19, RSV und HMPV

Husten, Fieber und Erschöpfung: Einige Atemwegserkrankungen können zunächst ähnliche Symptome verursachen und sich ähnlich anfühlen. Dahinter können jedoch unterschiedliche Viren stecken und nicht alle Menschen tragen das gleiche Risiko für einen schweren Verlauf. Besonders Menschen mit einem schwächeren Immunsystem, darunter ältere Erwachsene, chronisch Kranke oder Neugeborene und Säuglinge, brauchen daher besonderen Schutz.
Husten ist nicht gleich Husten
Atemwegserkrankungen können unter anderem Nase, Rachen, Bronchien oder Lunge betreffen. Unterschiedliche Viren können ähnliche Beschwerden auslösen – von Husten und Heiserkeit bis hin zu weitreichenden Folgen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Für die individuelle Gefährdung spielen auch der Erreger, das Alter, der Immunstatus und mögliche Vorerkrankungen eine Rolle. Vier relevante virale Atemwegserkrankungen sind Grippe, COVID-19, RSV und HMPV.
Grippe-, Covid- und weitere Viren
Grippe: Risiko im Alter
Die Grippe, auch Influenza genannt, sollte nicht mit einem grippalen Infekt gleichgesetzt oder als stärkere Erkältung verharmlost werden. Sie kann verschiedene Organsysteme betreffen und den gesamten Körper belasten. Besonders bei älteren Erwachsenen kann das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht sein. Mit zunehmendem Alter lässt die Leistung des Immunsystems nach und zusätzlich können bestehende Vorerkrankungen eine Grippe belastender machen. Umso wichtiger ist es, die Möglichkeiten der Prävention zu kennen und sich entsprechend der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) in der hausärztlichen Praxis oder der Apotheke jährlich impfen zu lassen. Empfohlen wird dies für alle Menschen ab 60 Jahren und solche mit chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane, Leber, Niere oder des Herz- Kreislaufsystems; außerdem für Personen mit Diabetes oder Adipositas. Der Impfschutz sollte unbedingt jedes Jahr aktualisiert werden, da die Grippe-Impfstoffe an die jeweils zirkulierenden Erreger angepasst werden.
Sie haben bei einer Grippe hohes Fieber, über 40 Grad zum Teil, wohingegen bei einer Erkältung die Körpertemperatur etwas leicht erhöht ist. Und dazu kommen bei einer Grippe, dass Sie wirklich starke Kopfschmerzen, Gliederschmerzen haben, trockenen Husten und bei einer Erkältung eher zum Beispiel der Schnupfen und der schleimige Husten im Vordergrund stehen. Und der besonders große Unterschied ist, dass eine Grippe wirklich schwerwiegend bis lebensbedrohlich verlaufen kann, wohingegen eine Erkältung ja meist harmlos innerhalb von sieben Tagen kommt und wieder geht.

Petra Brysch
promovierte Molekularbiologin, kümmert sich bei Sanofi in Deutschland im Medical Team um das Thema Influenza-Impfungen
COVID-19: Schutz im Alter
Auch COVID-19 ist weiterhin keine leichte Erkältung. Erkrankungsverläufe können sehr unterschiedlich ausfallen und für viele Menschen besteht weiterhin ein erhöhtes Risiko. Auch hier spielen bei älteren Erwachsenen unter anderem Veränderungen des Immunsystems sowie bestimmte Vorerkrankungen eine wichtige Rolle bei der persönlichen Risikobewertung. Deshalb ist bei Personen mit einem Risiko für schwere Verläufe der Impfschutz unverändert relevant. Empfehlungen für einen jährlich erneuerten Impfschutz bestehen für alle Menschen ab 75 Jahren sowie bestimmte Risikogruppen, z.B. auch jene, die bei der Grippe genannt wurden. Grippe und COVID-19 werden durch unterschiedliche Viren verursacht und sind eigenständige Erkrankungen, auch wenn sich einzelne Symptome überschneiden können. Kardiovaskuläre Risiken können bei beiden Erkrankungen bestehen.
Für ältere Erwachsene gilt deshalb: Schutz vor Grippe und COVID-19 prüfen und individuell beraten lassen.
RSV: besondere Aufmerksamkeit für Babys
Das Respiratorische Synzytial-Virus, kurz RSV, kann vor allem Menschen mit einem schwachen Immunsystem belasten. Bei Neugeborenen und Säuglingen verdienen schwere RSV-Erkrankungen besondere Aufmerksamkeit, da nicht vorhersehbar ist, welche Babys schwer erkranken. Fast alle Kinder infizieren sich bis zu ihrem zweiten Geburtstag mindestens einmal mit RSV und 80 % der schweren Verläufe treten bei zuvor gesunden Kindern auf.

Quelle: Sanofi
Daher wird allen Neugeborenen und Säuglingen, unabhängig von Risikofaktoren, eine RSV-Prophylaxe mit einem Antikörper für ihre erste RSV-Saison empfohlen. Babys, die während der RSV-Saison von Oktober bis März geboren werden, sollten die passive Immunisierung möglichst zeitnah nach der Geburt erhalten, etwa noch in der Geburtseinrichtung oder bei der U2. Außerhalb der Saison geborene Kinder sollten zwischen September und November vor Beginn ihrer ersten RSV-Saison immunisiert werden. Gute Handhygiene und das Vermeiden von Kontakt zu Personen mit Erkältungssymptomen können das Ansteckungsrisiko zusätzlich senken.
Was ist HMPV?
Das humane Metapneumovirus (HMPV) kann Atemwegserkrankungen mit Symptomen wie Husten, Fieber, verstopfter Nase oder Atemnot auslösen. Besonders gefährdet für schwerere Verläufe sind unter anderem ältere Erwachsene, Babys sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.
So können wir uns und unsere Liebsten schützen
Welche Impfungen, Immunisierungen oder weiteren Präventionsmöglichkeiten sinnvoll sind, sollte individuell geprüft werden. Bei Krankheitssymptomen sollten Kontakte besonders zu Risikopersonen möglichst vermieden werden. Auch allgemeine Maßnahmen wie Einhaltung der Hygieneregeln, Lüften und Rücksichtnahme können helfen. Bei Säuglingen, älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sollte bei Beschwerden frühzeitig medizinischer Rat eingeholt werden.
Virale Atemwegserkrankungen werden durch unterschiedliche Viren verursacht. Gemeinsam haben sie, dass sie nicht jeden Menschen gleichermaßen treffen. Wer besonders gefährdet ist und welche Schutzmaßnahmen sinnvoll sind, hängt unter anderem vom Lebensalter und dem individuellen Gesundheitszustand ab.
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