Sanofi

Biologika: Wie zielgerichtete Therapien direkt am Krankheitsgeschehen ansetzen können

Veröffentlicht am: 14. September 2026
 Illustration einer Applikationshilfe für Biologika, ©Sanofi
©Sanofi

Ob entzündliche Erkrankung oder Krebs: Moderne zielgerichtete Therapien setzen an zentralen Mechanismen des Krankheitsgeschehens an. Während sie bei Asthma, Neurodermitis und rheumatoider Arthritis vor allem Entzündungsprozesse beeinflussen können, greifen sie beim Multiplen Myelom gezielt Krebszellen an und unterstützen zugleich die körpereigene Immunabwehr.

Hustenanfälle, Luftnot und pfeifende Atemgeräusche: Etwa vier Millionen Menschen leben in Deutschland mit der Atemwegserkrankung Asthma. Dabei sind Bronchien und Bronchiolen aufgrund einer Fehlfunktion des Immunsystems ständig oder häufig entzündet. Zudem besteht eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten äußeren Reizen wie Staub, Pollen oder kalter Luft. Kommen die Schleimhäute mit diesen Reizen in Kontakt, schwellen sie an und produzieren mehr Schleim. Die Bronchien verengen sich, die Atemmuskulatur verkrampft sich – Atemnot entsteht. „Ich konnte aufgrund meiner Allergien meinen Lehrberuf nicht mehr ausüben“, beschreibt Asthmapatientin Christiane ihr Leben mit der Erkrankung. „Mit Menschen, die Tiere besitzen, in einem Raum zu sein, ging einfach nicht.“

Auch die Haut kann von einer Fehlsteuerung des Immunsystems betroffen sein. Neurodermitis ist mehr als nur ein Hautausschlag – sie wird als Systemerkrankung bezeichnet, da sie durch ein überaktives Immunsystem verursacht wird.

„Der Körper entwickelt eine Entzündung, um eine Wunde oder das Eindringen von Bakterien sozusagen unschädlich zu machen. Das Wichtige ist aber, dass diese Entzündung wieder aufhört. Bei einer Typ-2-Inflammation ist das Gleichgewicht verschoben und die Entzündung wird immer weiter entfacht und aktiv gehalten“, erklärt Anja Fait. Sie leitet bei Sanofi in Deutschland eine medizinische Abteilung an der Schnittstelle zwischen medizinischer Forschung und dem praktischen Einsatz von neuen Therapieoptionen in Krankenhäusern und Arztpraxen.

Asthma und Neurodermitis: Wenn Atemwege und Haut betroffen sind

Etwa 3,8 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung. Drei Viertel der Erwachsenen und Jugendlichen mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis haben außerdem mindestens eine andere entzündliche Begleiterkrankung, wie etwa Allergien.

„Es gab schon Momente bei mir, in denen ich gemerkt habe, dass mein Asthma und meine Neurodermitis zusammenhängen“, stellt Rainer fest. „Es war oft ein Teufelskreis: Ging es meiner Haut schlecht, flammte auch das Asthma wieder auf.“

Studien haben gezeigt: Bei bis zu 96 Prozent der schweren Asthmapatienten liegt der Erkrankung eine Typ-2-Entzündung zugrunde. Typ-2-Entzündungen sind Abwehrprozesse im Körper, bei denen bestimmte Immunzellen aktiviert werden, die zu chronischen Entzündungen führen können. Dieser Entzündungsprozess kann sich kombiniert mit Asthma und Neurodermitis manifestieren.

Wie können Biologika bei Erkrankungen helfen? Erfahre mehr im Podcast!

Bei immunologischen Erkrankungen können Biologika eine wirkungsvolle Therapieoption sein. Erkenntnisse auf Zell- und Molekülebene haben zu ihrer Entwicklung beigetragen und zu Medikamenten geführt, die gezielt in das Krankheitsgeschehen eingreifen. In unserem Podcast „Gesundheit & Innovation“ erklären Expert*innen, wie diese Erkrankungen entstehen und Patient*innen geben Einblick, wie sie mit verschiedenen immunologisch bedingten Erkrankungen leben.

Rheuma: Wenn die Gelenke betroffen sind

Das Immunsystem kann sich jedoch auch gegen andere Strukturen des Körpers richten – mit ebenso einschneidenden Folgen für den Alltag der Betroffenen. Bei der rheumatoiden Arthritis greift es die Gelenke an. Schmerzen, Schwellungen, Rötungen, Verformungen und Bewegungseinschränkungen sind die Folgen. In Deutschland sind 560.000 bis 830.000 Menschen von rheumatoider Arthritis betroffen, Frauen erkranken bis zu drei Mal häufiger.

Die Ursache ist eine aggressive Reaktion des Immunsystems, das sich gegen gesundes Gewebe in den Gelenken richtet und dort zu einer dauerhaften Entzündung der Gelenkinnenhaut führt. Diese Entzündungsprozesse sind chronisch und führen unbehandelt zur Zerstörung der Gewebe. Bei der Entstehung und im Krankheitsverlauf ist ein komplexes Netzwerk von Botenstoffen beteiligt: So genannte Zytokine wie das Interleukin-6, die Entzündungen auslösen und vorantreiben und damit zur Schädigung und Zerstörung der Gelenke beitragen können.

Multiples Myelom: Wenn das Knochenmark betroffen ist

Was Asthma, Neurodermitis und rheumatoide Arthritis verbindet: Die Erkrankungen können das Leben der Betroffenen über Jahre hinweg bestimmen – mit Einschränkungen, die oft unsichtbar bleiben und von außen schwer nachvollziehbar sind. Ähnliches gilt für das Multiple Myelom, eine seltene Krebserkrankung des Knochenmarks. Jahrelange Rückenschmerzen, zahlreiche Arztbesuche und dann die Diagnose. „Es war nicht real“, sagt Eva rückblickend. „Das Heimtückische ist, dass man es nicht sieht, nicht spürt und nicht merkt.“

Das Multiple Myelom ist eine seltene Krebserkrankung des Knochenmarks und die zweithäufigste bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems. In Deutschland erkranken jährlich circa 7.000 Menschen neu daran.  

Die Erkrankung entsteht aus entarteten Plasmazellen – einer Untergruppe weißer Blutkörperchen –, die sich im Knochenmark unkontrolliert vermehren und die gesunde Blutbildung beeinträchtigen können. Die Symptome entwickeln sich oft schleichend und sind unspezifisch – Knochenschmerzen, Müdigkeit oder Infektanfälligkeit werden nicht selten anderen Ursachen zugeschrieben. Dies kann die frühe diagnostische Einordnung im Einzelfall erschweren.

Auch bei Eva dauerte es, bis die Ursache ihrer Beschwerden gefunden wurde. Erst eine Blutuntersuchung mit auffälligen Nierenwerten führte zu weiteren Untersuchungen und schließlich zur Diagnose des Multiplen Myeloms. Heute, rund vier Jahre nach der Diagnose, befindet sich Eva in Remission - ihre Erkrankung ist derzeit unter Kontrolle. „Ich freue mich an den Tagen, an denen es mir richtig gut geht. Diese Tage muss man auskosten.“

Weil es Eva zu diesem Zeitpunkt bereits so schlecht ging, startete die Therapie unmittelbar. Moderne Behandlungsstrategien beim Multiplen Myelom setzen heute häufig auf Kombinationen verschiedener Wirkstoffklassen – wie zum Beispiel Immunmodulatoren, Proteasom-Inhibitoren und monoklonale Antikörper. Ziel ist es, die Erkrankung frühzeitig effektiv zurückzudrängen.

„Wo wir vor 15 Jahren noch gesagt hätten, Diagnose Multiples Myelom bedeutet innerhalb der nächsten Jahre leider, dass die Patient*innen versterben, sind wir heute in einer ganz anderen Situation. Es ist so, dass die Erkrankung eigentlich schon als chronische Erkrankung bezeichnet werden kann, weil die Therapieoptionen mittlerweile so gut sind“, erklärt Ina Niemann. Bei Sanofi in Deutschland leitet sie die medizinische Abteilung in der Onkologie.

Biologika und andere gezielte Therapien setzen an der Krankheitsursache an

Ob Asthma, Neurodermitis, rheumatoide Arthritis, Multiples Myelom oder noch viele weitere Erkrankungen: Erkenntnisse auf Zell- und Molekülebene haben zur Entwicklung von Biologika und anderen Therapien geführt, die gezielt in das Krankheitsgeschehen eingreifen. Biologika können dabei zum Beispiel spezielle Zytokine, Rezeptoren oder Immunzellen, die an der Immunabwehr beteiligt sind, blockieren oder aktivieren, und so beispielsweise die Entzündung eindämmen, die einigen Erkrankungen zugrunde liegt. Auch können Biologika Tumorzellen markieren, damit sie durch das Immunsystem gezielt angegriffen und zerstört werden.

Weitere Informationen

Weitere News & Storys von Sanofi in Deutschland

Weitere News & Storys von Sanofi in Deutschland

Erfahren Sie mehr über unsere Aktivitäten und Anstrengungen – egal ob aktuell, informativ oder unterhaltend.
MAT-DE-2603715-1.0-09/2026