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Mit Typ-1-Diabetes leben und den Alltag meistern – wie Früherkennung dabei hilft

Veröffentlicht am: 2. Februar 2026
Mutter mit ihrer Tochter beim Arzt
©Getty Images / gpointstudio (mit KI erweitert)

Immer mehr Menschen erkranken an Typ-1-Diabetes (T1D). Bis 2040 werden die Zahlen rasant ansteigen und weltweit knapp 15 Millionen Menschen betroffen sein.1 Doch noch immer ist das Wissen rund um diese Autoimmunerkrankung begrenzt. T1D kann durch einen Früherkennungstest schon vor dem Auftreten erster Symptome diagnostiziert werden.2 Die frühe Diagnose ermöglicht den Betroffenen einen geordneten und sichereren Start in das Leben mit der Erkrankung.3,4

Unser Immunsystem schützt uns vor Krankheitserregern, doch manchmal richtet es sich fälschlicherweise gegen den eigenen Körper – so auch bei T1D. Bei dieser chronischen Erkrankung, von der viele Menschen nicht wissen, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, kommt es zu solch einer Fehlfunktion des körpereigenen Abwehrsystems: Das Immunsystem zerstört die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse und eine Insulintherapie wird lebensnotwendig.5 Noch immer sind viele Mythen rund um die Erkrankung verbreitet, z. B., dass T1D als reine Kinder- und Erbkrankheit verstanden wird. T1D kann jedoch jeden und jede treffen, unabhängig von Alter, Lebensstil oder bereits erkrankten Familienmitgliedern. Etwa 90 Prozent der Betroffenen haben keine Verwandten mit T1D.5,6

Die vier Stadien des Typ-1-Diabetes

Im Krankheitsverlauf des T1D nimmt die Zahl der intakten insulinproduzierenden Zellen (Betazellen) ab. Dieses Fortschreiten wird in vier Stadien eingeteilt. Während in Stadium 1 der Blutzuckerspiegel noch normal ist (Normoglykämie), geht Stadium 2 bereits mit einem steigenden Blutzuckerspiegel einher (Dysglykämie), ohne Symptome auszulösen. In diesen beiden Frühstadien sind bereits zwei oder mehr sogenannte Inselautoantikörper im Blut vorhanden, anhand derer der T1D diagnostiziert werden kann. Im Stadium 3 kann die Bauchspeicheldrüse nur wenig bis kein Insulin mehr ausschütten. Durch einen stark erhöhten Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) kommt es meistens zu Symptomen. Eine tägliche Überwachung und Insulingabe sind erforderlich.5 Das Stadium 4 kennzeichnet den lebenslang bestehenden T1D.7

Krankheitsentstehung bei Typ-1-Diabetes

Was können Symptome von Typ-1-Diabetes sein?

Oft wird T1D erst diagnostiziert, wenn der irreparable Schaden sich durch verschiedene Symptome bemerkbar macht. Die Erkrankung ist dann jedoch schon weit fortgeschritten.5 Eine Umfrage unter T1D-Patient*innen und Angehörigen in Deutschland ergab, dass fast 50 Prozent aller Diagnosen spontan aufgrund akuter Symptome gestellt wurden und eine starke Belastung darstellten: mehr als die Hälfte der befragten Patient*innen und Angehörigen berichtete von Angst (55 % der Patient*innen bzw. 63 % der Angehörigen), Zukunftsängsten (56 % bzw. 57 %) und Überforderung (62 % bzw. 55 %).8,*

Die ersten Symptome von T1D sind teilweise unspezifisch (z. B. Müdigkeit, Bauchschmerzen) und teilweise spezifisch (vermehrter Durst und Harndrang).5,9

  • Starkes Durstgefühl mit gesteigerter Trinkmenge (Polydipsie)
  • Starker Harndrang mit häufigem Wasserlassen (Polyurie)
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Bauchschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen
  • Ungewöhnlich tiefe Atmung
Ich litt an starken Migräneanfällen, habe abgenommen, fühlte mich schlapp und antriebslos und hatte enormen Durst. Kurz vor der Diagnose habe ich bis zu 9 Liter Flüssigkeit am Tag getrunken.
Ivo Rettig

Ivo Rettig

Unternehmer und Mentor, lebt mit T1D seit 2003

Die Gefahr eines zu spät entdeckten T1D liegt darin, dass es dadurch zu einer schweren Stoffwechselentgleisung, auch bekannt als diabetische Ketoazidose (DKA), kommen kann.3 Rund 20 bis 30 Prozent der Betroffenen erleiden bei der klinischen Diagnose eine DKA.10 Sie kann lebensbedrohlich verlaufen und erfordert eine spezielle Behandlung.11 In schweren Fällen kann es bis zum Koma kommen.12 Zudem kann eine DKA langfristig zu kognitiven Schäden führen13-15 und ist mit einer schlechten Blutzuckereinstellung über einen längeren Zeitraum assoziiert.16 T1D vermindert sowohl die Lebensqualität als auch die Lebenserwartung der Betroffenen.17

Früherkennung von Typ-1-Diabetes

T1D ist also schon vor dem Auftreten von Symptomen in den frühen Stadien nachweisbar.2 Die Erkrankung beginnt bereits Monate bis Jahre vorher und kann durch den Nachweis von Inselautoantikörpern mit einem einfachen Bluttest diagnostiziert werden.5 Diese Früherkennung kann den Ausbruch der Erkrankung nicht verhindern, jedoch ermöglicht eine frühe Diagnose Betroffenen eine bessere Vorbereitung auf ein Leben mit T1D.3 Sie können über die Erkrankung und T1D-Symptome aufgeklärt werden und erhalten bei Bedarf psychologische Unterstützung.18 Zudem kann das behandelnde Fachpersonal den besten Start für die Insulintherapie bestimmen, um den Körper frühzeitig zu unterstützen, den zunehmenden Insulinmangel auszugleichen.2 Insbesondere die regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte kann dabei helfen, dass DKA-Risko deutlich zu reduzieren4 sowie die Zahl der DKA-assoziierten Krankenhausaufenthalte zu senken.2

Es braucht Zeit, seinen eigenen Körper kennenzulernen, den Alltag anzupassen und T1D als Teil des Lebens zu akzeptieren. Es wäre schön, wenn der Diabetes eine 1+1=2 Rechnung wäre, ist er aber nicht.

Ivo Rettig

Unternehmer und Mentor, lebt mit T1D seit 2003

Aktuell wissen viele Menschen noch nicht, dass diese Art der Früherkennung möglich ist: 73 bis 79 Prozent der betroffenen Familien war der Test auf Autoantikörper unbekannt, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Dennoch würden rund zwei Drittel der Befragten rückblickend den Früherkennungstest weiterempfehlen. Ausschlaggebend hierfür sind die frühe Gewissheit, bessere Vorbereitung, geringere emotionale Belastung und die Vermeidung von Akutsituationen.8

„Der Diabetes ist jeden Tag präsent“

Im Diabetes-Dialog geben verschiedene Expert*innen zusammen mit Betroffenen Antworten auf diverse Fragen rund um das Diabetesmanagement.  In der Ausgabe „Darum ist Früherkennung von Typ-1-Diabetes so wichtig“ spricht Ivo Rettig, Unternehmer und Mentor, über seine Erfahrungen, als er im Jugendalter die Diagnose T1D erhielt: „Mit der Diagnose verändert sich der komplette Alltag. Es gibt immer etwas, was wir berücksichtigen müssen, worüber wir nachdenken müssen. Als Jugendlicher möchte man das nicht. Man möchte die Welt entdecken und frei sein. Stattdessen bedarf der Diabetes bei jedem Essen, beim Ausgehen, in der Schule oder auch zuhause Aufmerksamkeit. Es benötigt viel Erfahrung und Zeit, bis man einen besseren Umgang mit der Erkrankung findet.“

Er erhielt die Diagnose erst in einem fortgeschrittenen Stadium, nachdem Symptome auftraten. In der Möglichkeit der Früherkennung sieht er daher verschiedene Vorteile: „Durch die Früherkennung kann der Schockmoment einer plötzlichen Diagnose verhindert werden. Man hat die Chance, sich frühzeitig mit dem T1D auseinanderzusetzen, gedanklich vorzubereiten und ein Verständnis für die Erkrankung zu entwickeln. Ich wäre anfangs nicht so überrascht und überfordert gewesen. Wir hätten als Familie die Zeit genutzt, das Blutzuckermanagement zu erlernen.“

Den Einfluss auf das Familienleben stellt auch Maren Sturny, Autorin und Mutter einer Tochter mit T1D, im Diabetes-Dialog zum Thema „Typ F - Family & Friends“ heraus: „Am Anfang war die Überforderung groß, ich habe kaum geschlafen. Jeden Tag gibt es neue Herausforderungen. Man lernt, zu improvisieren, denn der Diabetes ist jeden Tag präsent und lässt sich nicht einfach ignorieren. Kinder akzeptieren das oft viel schneller und machen sich weniger Sorgen. Wir dürfen sie fragen und zuhören: Was brauchst du gerade? Was tut dir gut?“

Rückblickend wäre sie froh gewesen, damals über die Möglichkeit zur Früherkennung informiert gewesen zu sein: „Mir war nicht bekannt, dass es diese Möglichkeit gibt. Wir sind ohne Wissen in die Erkrankung gestartet. Meine Schwester hat ihre Kinder jetzt daraufhin testen lassen.“

Wer kann sich testen lassen?

Aktuell wird die Früherkennung auf T1D im Rahmen der Fr1da-Studie des Helmholtz Munich in sechs Bundesländern (Bayern, Niedersachsen, Hamburg, Sachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz) für Kinder von zwei bis zehn Jahren angeboten.19 Für Angehörige von Menschen mit T1D steht der Test in ganz Deutschland zur Verfügung, sofern sie maximal 21 Jahre alt sind.20 Bei Erwachsenen ist ein Test auf Autoantikörper sinnvoll, wenn im Rahmen des Gesundheits-Check-Ups in der Hausarztpraxis auffällige Blutzuckerwerte auf eine beginnende Stoffwechselentgleisung hinweisen.

Weitere Informationen

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Diabetes - Blutzucker im Griff

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Referenzen

  1. Ogle GD et al. Diabetes Res Clin Pract 2025; 225: 112277.
  2. Besser REJ et al. Pediatr Diabetes 2022; 23: 1175–1187.
  3. Besser REJ et al. Arch Dis Child 2022; 107: 790–795.
  4. Hummel S et al. Diabetologia 2023; 66: 1633–1642.
  5. Insel RA et al. Diabetes Care 2015; 38: 1964–1974.
  6. Sims EK et al. Diabetes 2022; 71: 610–623.
  7. Breakthrough T1D. The stages of type 1 diabetes. https://breakthrought1d.org.au/what-is-t1d/stages/ Zuletzt abgerufen am 12.12.2025
  8. IPSOS-Umfrage „aT1D Gesundheitswisen“; durchgeführt 04.-21.08.2025; 252 Teilnehmende (100 erwachsene Patient:innen mit T1D, 152 enge Angehörige ersten und zweiten Grades); interne Daten.
  9. DDG 2023. S3-Leitlinie: Therapie des Typ-1-Diabetes, AWMF-Registernummer: 057-013.
  10. Baechle C et al. Diabetes Res Clin Pract 2023; 197: 110559.
  11. DDG 2023. S3-Leitlinie: Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter, AWMF-Registernummer: 057-016.
  12. Elendu C et al. Ann Med Surg (Lond) 2023; 85: 2802–2807.
  13. Aye T et al. Diabetes Care 2019; 42: 443–449.
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  15. Jaser SS & Jordan LC. Curr Diab Rep 2021; 21: 12.
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  18. Phillip M et al. Diabetes Care 2024; 47: 1276–1298.
  19. Fr1da. Typ-1-Diabetes: Früh erkennen – Früh gut behandeln. https://www.fr1da.de/ Zuletzt abgerufen am 06.11.2025
  20. Fr1da. Teilnahme Fr1da-Studie für Verwandte deutschlandweit. https://www.typ1diabetes-frueherkennung.de/teilnahme-fr1da-studie/teilnahme-fr1da-studie-fuer-verwandte-deutschlandweit.html Zuletzt abgerufen am 06.11.2025

* repräsentative Befragung des Marktforschungsinstituts Ipsos unter mehr als 250 T1D-Patient*innen und Angehörigen in Deutschland8

MAT-DE-2600067-1.0-01/2026