Menschen mit Multiple Sklerose (MS) können erkrankungsbedingt an einer Vielzahl von Begleiterscheinungen leiden.

Ein gutes Leben mit Multipler Sklerose?!

Auf die Frage „Was ist Lebensqualität?“ gibt es keine allgemeingültige Antwort. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Lebensqualität wie folgt:
„Lebensqualität ist die subjektive Wahrnehmung einer Person über ihre Stellung im Leben in Relation zum Kulturkreis und den Wertesystemen, in denen sie lebt und in Bezug auf ihre Ziele, Erwartungen, Standards und Anliegen.“ (1)

Weitere News & Storys von Sanofi in DeutschlandLebensqualität wird sehr stark subjektiv empfunden: Für den Einen gehören ein schickes Haus und ein schnelles Auto zu einem guten Leben. Für den Anderen sind gemeinsame Erlebnisse mit Familie und Freunden der Inbegriff von Lebensqualität. Wieder ein Anderer assoziiert ein gutes Leben mit Gesundheit und einem sicheren Job.

Nun stellt sich die Frage, wie Menschen mit einer chronischen Erkrankung, wie Multiple Sklerose (MS), ihre Lebensqualität bewerten:
Die individuell wahrgenommene Lebensqualität wird grundsätzlich von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen – laut WHO – auch die körperliche und mentale Gesundheit. (1) Menschen mit MS können erkrankungsbedingt an einer Vielzahl von Begleiterscheinungen leiden. Typische MS-Symptome wie Fatigue, eine abnorme Müdigkeit, oder auch Konzentrations- und Gedächtnisstörungen können die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

Nun stellt sich die Frage, wie Menschen mit einer chronischen Erkrankung, wie Multiple Sklerose (MS), ihre Lebensqualität bewerten.

Spastiken können zu Problemen bei der Arm- und Beinbewegung führen. Blasenfunktionsstörungen können häufigen Harndrang oder Inkontinenz hervorrufen. Weitere Symptome sind unter anderem sexuelle Störungen, Schmerzen oder auch Sehstörungen. All das kann die Lebensqualität beeinträchtigen. Einer aktuellen Studie zufolge wirken sich insbesondere Gangstörungen und Gleichgewichtsprobleme, die MS-bedingt auftreten können, negativ auf die Lebensqualität aus. (2) Betroffene laufen unsicher, stolpern oder fallen sogar, was zu Verletzungen führen kann und die Mobilität einschränkt. Wer vorher immer selbstständig war, ist plötzlich auf fremde Hilfe angewiesen. Hinzu kommt, dass Schwierigkeiten mit der Krankheitsakzeptanz zu depressiven Verstimmungen führen können. Noch dazu ist MS eine chronische Erkrankung. Das heißt, sie begleitet Betroffene ein Leben lang und greift nicht selten in die Lebensplanung ein.

Menschen mit MS sehen sich vor allem in der ersten Zeit nach der Diagnose mit vielen Fragen und Ängsten konfrontiert: „Was macht die MS mit mir?“, „Bin ich irgendwann auf den Rollstuhl angewiesen?“ oder „Verändert MS meinen Alltag und meine Beziehungen?“. Auch die damit verbundenen Unsicherheiten und Zukunftsängste können die Lebensqualität mindern.

Achtsamkeit als Grundlage für ein erfülltes Leben

Die wohl größte Herausforderung im Leben mit einer chronischen Erkrankung ist es, diese zu akzeptieren. Wer seine Krankheit akzeptiert und achtsam handelt, kann trotz möglicher Einschränkungen ein erfülltes Leben führen. „Achtsam mit sich selbst umzugehen, ist wichtig für Menschen mit Multipler Sklerose“, sagt Kathrin Betzinger, MS-Schwester und Studien-Nurse in einer MS-Schwerpunktpraxis im bayrischen Bogen. Öfter mal die eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund stellen und bewusst die Wünsche Anderer ignorieren. Dabei geht es laut Betzinger auch darum, das „Carpe Diem“ quasi auf die „To-do-Liste“ zu setzen, jeden Tag bewusst zu leben und sich am Leben zu erfreuen. „Genau das aber sind viele Menschen in der heutigen Zeit nicht mehr gewohnt“, so die Erfahrungen der MS-Nurse.

Mehr zum Thema Achtsamkeit bei Multipler Sklerose erfahren Sie unter: www.ms-persoenlich.de .

Achtsamkeit bei Multipler Sklerose

MS-Therapie und Lebensqualität

Ein gutes Leben mit Multipler Sklerose – das ist dank der modernen Immuntherapien für viele Patienten möglich. Den Ergebnissen einer aktuellen Studie zufolge hat sich die Lebensqualität von Patienten mit schubförmiger MS verbessert, weil die modernen MS-Therapien das Fortschreiten von Behinderungen verlangsamen. (3,4) Die Patienten bleiben dadurch länger mobil und können selbstständiger und freier agieren.

MS-Therapie

Ziel der modernen MS-Behandlung ist die Freiheit von Krankheitsaktivität. Das heißt, keine neuen MS-Schübe, kein Fortschreiten bestehender Behinderungen und keine Aktivität im MRT (Magnetresonanztomographie). Bei der Therapiewahl stehen die individuellen Wünsche und Bedürfnisse des jeweiligen Patienten im Fokus. Jeder Patient soll die Therapie erhalten, die am besten zu seinem Leben und zu seinen Anforderungen passt. Nur dann kann der einzelne Patient ein erfülltes Leben führen. Der langfristige Erhalt von Lebensqualität ist – neben der Freiheit von Krankheitsaktivität – das übergeordnete Behandlungsziel. Wobei beide Ziele miteinander verknüpft sind: Eine wirksame MS-Therapie unterdrückt Schübe und verhindert den Behinderungsfortschritt. Das kann sich positiv auf die Lebensqualität auswirken, zum Beispiel, weil Betroffene länger mobil und selbstständig bleiben.

Multiple Sklerose – eine Krankheit mit vielen Gesichtern

MS – eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Die Multiple Sklerose – kurz MS – ist eine neurologische Erkrankung, die mit vielen verschiedenen Symptomen einhergehen kann und von Patient zu Patient unterschiedlich verläuft. Aus diesem Grund wird MS auch die „Krankheit der 1000 Gesichter“ genannt.

Quellen
(1) https://www.who.int/mental_health/media/68.pdf (Letzter Zugriff: 20.08.2019)
(2) https://www.msard-journal.com/article/S2211-0348(18)30222-0/abstract (Letzter Zugriff: 28.08.2019)
(3) https://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/lebensqualitaet-bei-schubfoermigem-verlauf-hat-sich-verbessert/ (Letzter Zugriff: 29.08.2019)
(4) https://jamanetwork.com/journals/jamaneurology/article-abstract/2728175?guestAccessKey=4a7e9879-12b2-4ca9-8f75-1a0fadaa9260&utm_source=silverchair&utm_medium=email&utm_campaign=article_alert-jamaneurology&utm_content=olf&utm_term=031819 (Letzter Zugriff: 29.08.2019)