Rund 15 Prozent der Deutschen leiden mindestens einmal im Jahr an Verstopfung. Doch wie die Verdauung wieder in Gang bekommen? Mehr erfahren!

Freiheit für den Darm – was hilft bei Verdauungsbeschwerden?

Rund 15 Prozent der Deutschen leiden mindestens einmal im Jahr an Verstopfung. [1] Doch wie die Verdauung wieder in Gang bekommen? Dem Darm einen kleinen Schubs zu verpassen, soll im wahrsten Sinne des Wortes durch Bewegung und Sport funktionieren – so zumindest die allgemeine Auffassung. Doch ist das wirklich so?

Moment – wie funktioniert das mit der Verdauung nochmal genau?

Weitere News & Storys von Sanofi in Deutschland Gehen wir hier erst einmal einen Schritt zurück: Die Darmmuskulatur bewegt zum einen den Speisebrei im Darm hin und her, damit dieser möglichst gut verwertet werden kann. Das sorgt für eine Durchmischung unserer Nahrung, um eine optimale Nährstoff- und Wasseraufnahme sicherzustellen. Zum anderen können wellenartige Darmbewegungen, sogenannte Kontraktionen der Darmmuskulatur den Darminhalt mit relativ großer Geschwindigkeit und über längere Strecken durch den Dickdarm bewegen. Dann spricht man von “hochamplituden Kontraktionen”. Diese treten relativ selten am Tag auf – meist am Morgen oder nach den Mahlzeiten. Sie haben die Aufgabe unverdauliche Nahrungsreste hinaus zu befördern und so Platz für Neues zu schaffen. Bei einer chronischen Verstopfung zum Beispiel können diese Bewegungsmuster aber ins Stocken geraten. Insbesondere die hochamplituden Kontraktionen, die den Darminhalt vorwärtstreiben, können vermindert sein: Der Darm wird träge. [2] Viele scheinen zu bemerken, dass sie vor allem in Zeiten, in denen sie sich nicht so viel bewegen, vermehrt mit Verdauungsproblemen zu kämpfen haben. Auch der Darm scheint es sich bequem zu machen und den Ruhemodus zu aktivieren.

Bei Verdauungsbeschwerden: Runter von der Couch!

Die logische Schlussfolgerung liegt hier für viele auf der Hand: den Darm zum „Sport machen“ zu bewegen. Am besten, indem wir uns selbst von der Couch hochhieven und den Schweinehund zum Schwitzen bringen.

Jedoch: Studien weisen darauf hin, dass zumindest moderate Bewegung und Hobby-Sport, wie zum Beispiel ein Joggingprogramm von einer Stunde pro Tag an fünf Tagen in der Woche keine Wirkung auf die Darmaktivität bei Gesunden haben. [3] Interessant ist, dass es gerade während Phasen körperlicher Belastung sogar eher zu einer Reduktion der Darmbewegungen kommen kann. [4] Dies ist auch plausibel und physiologisch sinnvoll, denn wenn wir körperlich aktiv sind, sind Toilettengänge in der Regel nicht wirklich erwünscht. Der Darm hat Ruhe, wir haben schließlich gerade andere Dinge zu tun und unsere Energie brauchen wir für wichtigere Dinge, wie den 90-minütigen Spinning-Kurs, den wir gerade hochmotiviert zu bewältigen versuchen. Übrigens: Je höher die Intensität des Workouts, desto mehr wird die Darmbewegung heruntergefahren. Kommen wir wieder zur Ruhe, erholt sich auch unser Darm gleich wieder und kehrt zu seiner normalen Aktivität zurück [3] – unser Körper ist eben ein wahres Wunderwerk!

Genauso kann sich aber auch zu wenig Bewegung, insbesondere über einen längeren Zeitraum, ungünstig auf die Darmtätigkeit auswirken: Einige Studien zeigen, dass Inaktivität bei Gesunden eine Verstopfung begünstigen kann. So führte nach einer Erhebung von 1993 eine zweiwöchige Inaktivität bei Gesunden zu einer verlängerten Verweildauer des Stuhls im Dickdarm. [5]“

Sport – bei Verstopfung doch nicht die Antwort auf alles

Zusammenfassend gilt also: Eine moderate Aktivitätssteigerung im Alltag, wie zum Beispiel 30 Minuten Joggen, erhöht die Darmbewegung bei Gesunden nicht wirklich. [3] Zwar berichten einige wenige Probanden in Studien davon, durch die Bewegung einen besseren Stuhlgang zu haben, aber dies gilt leider nicht gleichermaßen für jeden. Auf alle Fälle scheint Bewegung aber geeignet zu sein, um einem trägen Darm vorzubeugen. Dafür sprechen die Daten, die Patienten mit Verstopfungen bei Inaktivität zeigen [3,5] – eine Verstopfung komplett durch Sport zu lösen, funktioniert damit aber anscheinend nicht.

Was den Darm wirklich antreibt

Doch was hilft, wenn der Darm bereits bewegungsfaul ist und wir das Gefühl haben verstopft zu sein? Experten raten im Rahmen der Behandlungsleitlinie [6] bei einer bestehenden Verstopfung rechtzeitig gut verträgliche und zuverlässig wirkende Medikamente einzusetzen. Für die medikamentöse Behandlung akuter und chronischer Verstopfung sind die Wirkstoffe Bisacodyl, Natriumpicosulfat und Macrogol angeraten, alle zu finden in der Produktpalette von Dulcolax®. Für die Dulcolax®-Wirkstoffe Bisacodyl und Natriumpicosulfat wurde in Studien bewiesen: Sie können die Lebensqualität verbessern, sodass man wieder unbeschwert am Leben teilnehmen kann. [7] Dulcolax® Dragées oder Dulcolax® NP Tropfen wirken planbar über Nacht und befreien in der Regel am nächsten Morgen – zu einer Zeit, in der der Stuhlgang am leichtesten fällt. Dulcolax® NP Perlen sind diskret in der Einnahme und können je nach Beschwerdegrad sowie individuellem Bedarf gemäß der Dosierempfehlung in der Gebrauchsinformation (2 - 4 Perlen) dosiert werden. Die Erleichterung setzt dann normalerweise nach ca. 10 bis 12 Stunden ein. Wenn es schnell gehen soll, sind Dulcolax® Zäpfchen eine gute Wahl, da diese bereits nach ca.15 bis 30 Minuten wirken. Einen Stups für die Verdauung gibt es durch das Medizinprodukt DulcoSoft® mit Stuhlweichmachereffekt. Dank seiner schonenden und rein physikalischen Wirkweise mit Macrogol 4000 tritt die Erleichterung ganz natürlich, innerhalb von 24 bis 72 Stunden ein. Sowohl Pulver als auch Lösung sind salz- und aromafrei und daher mit jedem Getränk nach Wahl und Geschmack mischbar.

 
Keyfacts zur Darmtätigkeit

Keyfacts zur Darmtätigkeit

  • Bewegung kann eine verlangsamte Darmtätigkeit nicht zuverlässig erhöhen. Sie kann aber helfen, einem trägen Darm vorzubeugen. [3,5]
  • Darmkontraktionen können verstärkt durch High-intensity Sport wie nach Marathonläufen auftreten. Diese sind allerdings eher als überschießende Reaktionen auf die körperliche Belastung zu werten. [8]
  • Bisacodyl und Natriumpicosulfat können nachweislich die Lebensqualität verbessern. [7]

Träger Darm? Alter, Geschlecht und BMI haben Einfluss [9]

In sämtlichen Bereichen unseres Lebens unterstützen uns technische und digitale Geräte. Vor allem in der Medizin findet der Einsatz von modernster Technik immer größere Einsatzbereiche – so lässt unter anderem ein neues Verfahren genauere Rückschlüsse auf Transitzeiten und Motilitätsvermögen des Darms zu. Spannend: Mit dem bildgebenden „3D-Transit-Elektromagnet-Verfolgungssystem“, einem neuartigen Instrument, mit dem sich im 3D-Format Bewegungen (Transit und Motilität) des Magen-Darm-Traktes darstellen lassen, wurde erstmals untersucht, in wie weit sich Alter, Geschlecht und BMI auf die Verweildauer des Nahrungsbreis in ganz spezifischen Magen- und Darmbereichen auswirken – hier aufgeteilt in Transitzeiten bei der Magenentleerung, im Dünndarm und Dickdarm und im gesamten Magen-Darm-Trakt. Die 111 untersuchten Probanden im Alter von 21 bis 88 Jahren zeigten, dass sich mit steigendem Alter die Transitzeit im Allgemeinen (sowohl Magenentleerung als auch der Weg durch den Magen-Darm-Trakt) verlängert. Auch geschlechtsspezifische Unterschiede sind zu erkennen: Frauen weisen längere Gesamttransitzeiten, dafür aber eine kürzere Verweildauer des Darminhalts im Dickdarm- und Rektalbereich auf, als Männer. Ein höherer BMI bedeutet wiederum eine kürzere Gesamttransitzeit. Warum das so ist, bedarf weiterer Untersuchungen.

Selbstmedikation

Selbstmedikation

Gesundheit ist ein zentrales Grundbedürfnis einer selbstbestimmten, aktiven Lebensgestaltung. Die Selbstmedikation ist ein wichtiges Instrument, um diesem Bedürfnis gerecht zu werden.

Dulcolax® Dragées. Dulcolax® Zäpfchen. Dulcolax® NP Tropfen. Dulcolax® NP Perlen. Wirkstoff: Dragées/Zäpfchen: Bisacodyl. NP Tropfen/NP Perlen: Natriumpicosulfat. Anwendungsgebiet: Zur Anwendung bei Verstopfung, bei Erkrankungen, die eine erleichterte Darmentleerung erfordern; zusätzlich bei Dulcolax® Dragées u. Dulcolax® Zäpfchen: sowie zur Darmentleerung bei Behandlungsmaßnahmen u. Maßnahmen zum Erkennen von Krankheiten (therapeut. u. diagnost. Eingriffe) am Darm. Warnhinweis: Wie andere Abführmittel sollten Dulcolax® Dragées, Dulcolax® Zäpfchen, Dulcolax® NP Tropfen u. Dulcolax® NP Perlen ohne ärztl. Abklärung der Verstopfungsursache nicht täglich oder über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Dulcolax® Dragées: Enthält den Farbstoff Gelborange S, Lactose u. Sucrose. Dulcolax® Dragées und Zäpfchen: Tragen nicht zur Gewichtsreduktion bei. Der gleichzeitige Gebrauch von anderen Abführmitteln kann die Nebenwirkungen im Magen-Darmtrakt verstärken. NP Tropfen: Enthält Sorbitol. Packungsbeilage beachten. Apothekenpflichtig. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, 65926 Frankfurt am Main. Stand: April 2019 (SADE.DULC1.19.04.1159) 

Quellen
[1] Enck P. et al. Prevalence of constipation in the German population – a representative survey (GECCO). United European Gastroenterol Journal 2016; 4: 429–437
[2] Bassotti et al. Colonic motility in man: features in normal subjects and in patients with chronic idiopathic constipation. The American Journal of Gastroenterology. Volume 94, Issue 7, July 1999, Pages 1760–1770 
[3] Bingham SA, Cummings JH. Effect of exercise and physical fitness on large intestinal function. Gastroenterology. 1989, Volume 97,6:1389–1399  
[4] Satish C et al. Effects of acute graded exercise on human colonic motility. Neuroregulation and Motility. Volume 276, Issue 5, 1999:G1221–G1226  
[5] Liu F et al. Brief Physical Inactivity Prolongs Colonic Transit Time in Elderly Active Men. Int J Sports Med 1993; 14(8): 465–467 
[6] Andresen V et al. S2k-Leitlinie Chronische Obstipation: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie; Gemeinsame Leitlinie der DGNM und DGVS; AWMF-Registriernummer: 021/019 (aktuell in Überarbeitung)
[7] Müller-Lissner S, et al Bisacodyl and sodium picosulfate improve bowel function and quality of life in patients with chronic constipation–analysis of pooled data from two randomized controlled trials. Open Journal of Gastroenterology 2017 7: 32–43 
8] Cheskin LJ et al. The effects of acute exercise on colonic motility. Neurogastroenterology & Motility Volume4, Issue3, 1992:173-177
[9] Nandrha GK et al. Normative values for region‐specific colonic and gastrointestinal transit times in 111 healthy volunteers using the 3D‐Transit electromagnet tracking system: Influence of age, gender, and body mass index. Neurogastroenterol Motil. 2020; 32(2):e13734.