Britta Göbel

Scientist@Sanofi - Britta Göbel: „Ich behandele virtuelle Patienten“

Der Einsatz innovativer digitaler Technologien im Gesundheitswesen ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen: Britta Göbel entwickelt Computersimulationen, die Wirksamkeit und Sicherheit von Wirkstoffkandidaten abschätzen, bevor diese in klinischen Studien mit Patienten geprüft werden. Vereinfacht heißt das: Sie behandelt virtuelle Patienten. Die promovierte Wissenschaftlerin arbeitet in der Forschung und Entwicklung im Bereich “Digitales Gesundheitswesen – Modellierung und Computersimulationen“. Dort leitet sie in der Abteilung Translational Disease Modeling den Indikationsbereich Immunologie & Entzündung bei Sanofi in Frankfurt. Ihr Forschungsziel ist die Optimierung klinischer Studien, um so die Entwicklung neuer Medikamente zu verbessern und zu beschleunigen.

Das Leben der Patienten verbessern

„Ich habe stets vor Augen, dass wir dank neuer digitaler Methoden das Leben vieler Patienten nachhaltig verbessern können“, erklärt Göbel ihre persönliche Motivation. Konkret sieht Göbels Tätigkeit so aus: „Im Team erstellen wir Computermodelle von Patienten. Dabei berücksichtigen wir deren Pathophysiologie, Krankheitsverlauf sowie pharmakologische Behandlungen.“ Hierzu fließen bekannte Zusammenhänge und vielfältige Daten ein – sowohl aus den eigenen Forschungslaboren und klinischen Studien als auch aus der Fachliteratur. „So erstellen wir virtuelle Patienten und behandeln diese in simulierten klinischen Studien.“ Im Modell testet das Team um Göbel unterschiedliche Szenarien. Nur die vielversprechenden Varianten werden anschließend in Studien untersucht. Das reduziert die Anzahl an klinischen Studien und damit verbundene Belastung für die Patienten signifikant und erhöht gleichzeitig die Erfolgswahrscheinlichkeit für die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten. 

Krankheiten und Wirkmechanismen von Medikamenten besser verstehen

„Simulationen und künstliche Intelligenz sind wesentliche Faktoren, Medikamente noch besser und schneller für Patienten bereitzustellen“, betont Göbel. In der täglichen Arbeit sei das abwechslungsreich, aber oft auch sehr herausfordernd. „Die Arbeit in interdisziplinären Teams motiviert mich, da ich mit vielen Kolleginnen und Kollegen mit unterschiedlicher Expertise und Herangehensweise zusammenarbeite.“

Rückenwind gibt ihr auch, dass die Akzeptanz für digitale Methoden im Gesundheitswesen in den vergangenen Jahren signifikant gestiegen ist. Dazu hat auch das Team aus Frankfurt seinen Teil beigetragen: „Durch unser Computermodell ist es beispielsweise gelungen, den dualen Wirkmechanismus eines neuen Medikaments aufzuschlüsseln.“ Diese Erkenntnis hat entscheidende Informationen zur Planung der klinischen Studie beigesteuert. „Letztlich haben die klinischen Daten unsere Hypothese zum Wirkmechanismus bestätigt“, sagt Göbel.

Computersimulationen könnten klinische Studiendaten teilweise ersetzen

Für die Zukunft sieht Göbel großes Potenzial für ihre Forschung: „Ich gehe davon aus, dass die Entwicklung neuer Medikamente künftig noch stärker auf virtuellen Patienten beruhen wird.“ Computersimulationen können klinische Studiendaten verstärkt ergänzen und zum Teil sogar ersetzen. Auch einen Einsatz in der personalisierten Medizin ist für sie vorstellbar. „Basierend auf den individuellen Parametern einzelner Patienten generieren wir einen virtuellen Zwilling und können so das richtige Medikament in optimaler Dosierung vorhersagen.“

 
Scientist@Sanofi: Forscher bei Sanofi erforschen neue Behandlungsmethoden, entwickeln innovative Arzneimittel und übersetzen wissenschaftliche Innovation in medizinischen Fortschritt für Patienten.

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